Borreliose – Gefährlichkeit und Prävention

Wie findet die Zecke ihren Wirt?

Zecken lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern sitzen im Gras und in Büschen. Kommt ein Wirt vorbei, krabbeln Zecken die Beine hoch, bis zu einer möglichst unbehaarten Stelle und saugen sich irgendwo fest.  Bevorzugt an warmen, feuchten, gut durchbluteten und dünnen Hautpartien. Wenn die Zecke eine Stelle gefunden hat, verankert sie sich mit ihrem Mundorgan in der Haut des Wirts und beginnt mit ihrer Blutmahlzeit. Die Suche der Zecke nach einer geeigneten Stelle kann mehrere Stunden dauern.

Wie gefährlich ist Borreliose?

Zecken können Krankheitserreger übertragen. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass sich in Deutschland jährlich ca. 60.000 bis 80.000 Menschen mit Borrelien infizieren, Tendenz steigend. „Nur“ 250 bis 500 Menschen erkranken im Vergleich pro Jahr an Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). FSME und Borreliose gehören zu den häufigsten durch Zecken verursachte Erkrankungen.

Die Borreliose ist eine schwere Erkrankung und kann weitreichende Folgen haben. Häufig ist das Nervensystem betroffen. Das Krankheitsbild der Lyme-Borreliose hat viele Gesichter und die Inkubationszeit kann bis zu mehreren Jahren dauern. Die Diagnose dieser Erkrankung wird dadurch erschwert, dass die Symptome unspezifisch sind und häufig auch bei anderen Erkrankungen auftreten.

Prävention

Nur rund 50 % der borrelieninfizierten Personen zeigen eine sogenannte Wanderröte. Somit ist die Wanderröte kein verlässlicher Anhaltspunkt auf Borreliose. Ist eine Borreliose diagnostiziert, sollte umgehend therapiert werden, sonst kann sie zum chronischen Leiden werden. Nach jedem Ausflug sollte man sich auf Zecken absuchen. Das ist die beste Prävention vor den gefährlichen Krankheiten durch einen Zeckenstich. Eine Impfung gibt es bislang nur gegen FSME. Diese Erkrankung ist aber weitaus seltener als die Borreliose.

Zeckenstich – was nun?

Eine Zecke am Körper, sollte möglichst rasch entfernt werden. Bleibt eine Zecke unerkannt am Körper, saugt sie sich in zwei bis zwölf Tagen voll und kann bis auf das 200-fache ihres ursprünglichen Gewichts anwachsen. Mit nur einer Blutmahlzeit kann die Zecke dann mehrere Jahre überleben. Durch bestimmte Faktoren im Zecken-Speichel ist der Stich schmerzlos und wird daher nicht bemerkt. Auch Haustiere können übrigens an Borreliose erkranken.

Zum Entfernen benutzt man am besten eine Pinzette oder eine Zeckenzange (in Apotheken erhältlich). Damit greift man die Zecke möglichst nah über der Haut und zieht sie heraus. Drehbewegungen und Quetschungen sollten vermieden werden. Dabei könnte der Kopf abreißen.
Keinesfalls sollte die Zecke mit irgendwelchen Flüssigkeiten wie Öl oder Kleber beträufelt werden, sonst gibt die Zecke erst recht Speichel und Keime in die Wunde ab. Die entfernte Zecke wird dann auf Borrelien untersucht.

2014-01-13T17:11:46+00:0013. Januar 2014|Tags: |