Warum brauche ich einen Baumnachweis bei Wurzeleinwuchs?

Ergebnis eines genetischen Fingerabdrucks
Wer Wurzeln im Abwasserrohr hat muss für die Sanierung mit hohen Kosten rechnen. Ist es nicht der eigene Baum, sondern gelangen Wurzeln von Nachbarn auf mein Grundstück kann der jeweilige Eigentümer schadensersatzpflicht sein. In einem solchen Fall kann sich schnell ein Streit entwickeln und vor Gericht landen. Für eine mögliche Schadensersatzforderung an den Nachbarn oder die Gemeinde muss der Nachweis vorliegen, welcher Baum oder welches Gehölz den Wurzeleinwuchs verursacht hat. Als Fachlabor führen wir solche Nachweise durch. Es ist in solchen Fragen der „Goldstandard“, um die Frage des verursachenden Baumes zu beantworten.
Wie funktioniert der Nachweis?
Die Frage, zu welchem Baum oder Gehölz gefundene Wurzeln gehören kann durch eine labortechnische Untersuchung beantwortet werden. Die Wurzeln werden in einem Fachlabor auf DNA-Ebene mit Hilfe eines PCR-Nachweises mit den umliegenden Bäumen verglichen. Diese Art der Untersuchung wird „genetischer Fingerabdruck“ genannt.
Wie finde ich den Baum?
Ausführliche Informationen haben wir hier zusammengefasst. Zudem eine Übersicht zu Probennahme und Versand.
Smarter und gerichtsfester Labornachweis
Der Nachweis durch DNA ist, wie oben beschrieben, der Goldstandard. So wird er direkt er auch direkt von Gerichten oder Versicherungen beauftragt. Andere Vorschläge wie beispielsweise, das Kanalrohr bis zur Eintrittsstelle der Wurzeln aufzuschlagen und den Wurzelverlauf bis zum verursachenden Baum oder Gehölz zu verfolgen sind keine gute Idee. Das wäre nur teuer und aufwendig Methode und führt in der Regel nicht zum Erfolg. Meistens werden bei diesen groben Arbeiten die Wurzeln an der Eintrittsstelle abgerissen und eine Weiterverfolgung ist dann nicht mehr möglich.
Untersuchung im Fachlabor
Das genetische Profil eines bestimmten DNA-Sequenzabschnitts in der Wurzel wird in einer vielschrittigen Untersuchung verglichen mit dem gleichen Sequenzabschnitt der verdächtigen Bäume. Der interessante DNA-Abschnitt wird mit Hilfe eines Enzyms millionenfach kopiert. Dieser Vorgang ist auch als PCR (= polymerase Kettenreaktion) bekannt. Das Resultat der PCR wird mit mindestens einem Enzymen geschnitten an ganz bestimmten Stellen, wie mit einer Schere. Daraus ergeben sich zwangsläufig verschieden große Bruchstücke die im elektrischen Feld nach Größen aufgetrennt werden, da kleine Fragmente schneller laufen als große. So kann man dann im Bild schon erkennen, was zusammen gehört.
Vergleich von Baum und Wurzel
Durch diese Auftrennung entstehen „Schnittmuster“ anhand derer der verursachende Baum oder das Gehölz identifiziert werden. Durch solche spezifischen Muster können alle Organismen oder Teile davon miteinander vergleichen werden. Grund dafür ist, dass jeder Organismus in jeder seiner Zellen die gleiche DNA-Sequenz. Wurde ein Stück Wurzel abgetrennt vom schadenverusachenden Baum, so müssen sich die Muster von Wurzel und Baum zwingend gleichen. Stammt das Wurzelfragment nicht vom schadenverursachenden Baum, so gleichen sich die Muster von Wurzel und Baum nicht und der Baum kommt als „Täter“ nicht in Frage.
Zur Eingrenzung der Anzahl an Proben kann man davon ausgehen, dass Bäume und Gehölze im Umkreis von bis zu ca. 40 Metern um die Schadstelle herum als Verursacher in Frage kommen können. Dabei ist zu bedenken, dass der Durchmesser des Wurzelwerks, zumindest bei Laubbäumen, in mindestens dem Durchmesser der Krone entspricht meistens sogar noch darüber hinaus.
Fazit:
Ohne Baumnachweis kein Schadensersatz. Wer einen Schaden durch eingewachsene Wurzeln hat, der sollte wissen, wessen Baum den Schaden verursacht hat. Nur so können mögliche Schadensersatzforderungen geklärt werden.
—> Für Fragen stehen wir gerne zur Verfügung unter der 089 45 45 51 6 – 0 oder weitere Infos auf unserem Blog.
Hier geht es zur Broschüre, die Sie sich kostenfrei und ohne Anmeldung herunterladen können: Broschüre Wurzeln [PDF]
FAQ
Muss ich Wurzeln vom Nachbarn auf meinem Grundstück dulden?
Nein, Wurzeln von fremden Bäumen müssen Sie nicht dulden. Sie haben Anspruch auf Entfernung von Wurzeln. Der beste Weg ist den Nachbarn direkt anzusprechen und Sie einigen sich. Können Sie sich nicht einigen kann mit einem Nachweis des verursachenden Baums der rechtliche Weg eingeschlagen werden.
Wie kann ich Wurzeln im Abwasserrohr entfernen lassen?
In aller Regel kann ein Kanalsanierer die Wurzeln entfernen.
Was kann passieren wenn im Abwasserohr Wurzeleinwuchs stattfindet?
Die Wurzeln können auf Dauer den Querschnitt des Rohrs verengen. Kommen dann noch Schwebstoffe aus dem Abflussrohr dazu, die sich in den Wurzeln verfangen, kann das Rohr irgendwann so weit verschlossen sein, dass es zum Rückstau des Wassers zum Haus kommt und das Wasser über die Toilette und Ausgüsse aufsteigt.
Welche Schäden durch Wurzeln vom Nachbargrundstück gibt es sonst noch?
Durch Wurzeln können Mauern und Wege angehoben werden. Es können Garagenböden aufreißen und tatsächlich sogar ins Haus einwachsen bei rissiger Fassade.
Wie gehe ich vor, wenn ich Wurzelschäden durch städtische Bäume oder Nachbarbäume habe?
Suchen Sie das Gespräch mit dem Nachbarn oder der Gemeinde. Ohne Nachweis wird es schwer Schadensersatz zu erhalten.
Ich habe Wurzeln im Kanal wer zahlt den Schaden?
Häufig ist es so, dass der Eigentümer des Baumes dafür aufkommen muss, ähnlich wie bei der Sicherungspflicht bei Ästen.
Welche Versicherung zahlt bei Schäden durch Wurzeln?
In aller Regel ist das bei EFH die Privathaftpflicht und bei WEGs die Haus- und Grundstücks-Haftpflicht. In jedem Fall sollten Sie sich im Streitfall an einen Anwalt wenden.
Darf ich die Wurzeln des Nachbarbaums kappen?
Nein, das wäre dann wohl Sachbeschädigung. Es wäre in jedem Fall zuerst ein Gespräch mit dem Besitzer angebracht. Im Streitfall ist es gut, wenn Sie auch nachweisen können, dass es der entsprechende Baum ist.
Welche Aussagekraft hat der Nachweis?
Bei dieser Methode handelt es sich um den Goldstandard, wenn es darum geht einen Baum zu suchen, der zu Wurzeleinwuchs geführt hat. Diese Methode wird so auch von Gerichten direkt bei uns beauftragt, auch als „state-of-the-art“ bezeichnet.
Funktioniert das immer?
Ja, fast immer. nur in sehr wenigen Fällen ist es nicht möglich durch eine der genannten Methoden den Baum zum Wurzeleinwuchs zu finden. Beispielsweise wenn das Wurzelmaterial in einem abbauendem, kompostierenden Zustand ist oder von anderem pflanzlichen Material überwuchert ist.
Ist dieser Nachweis anerkannt?
Ja, der Nachweis ist anerkannt und wird von Gerichten, Versicherungen und Gemeinden selbst so beauftragt.
