Wurzeleinwuchs – ein Problem in Städten und Gemeinden

Verdichtung und Urbanisierung verknappen Ressourcen für Bäume und Pflanzen

Durch Versigelung und Bebauung entsteht in unseren Städten ein unterirrdischer harter Konkurrenzkampf um knappe Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe

Wurzeln können in das Kanalisationssystem und andere Infrastruktureinrichtungen eindringen, heben Straßenpflaster und wachsen in Mauerwerk ein. Es sind selbst Fälle dokumentiert, in denen Wurzeln durch Wände bis in Häuser eingedrungen sind und dort im Wasserspülkasten Wurzeln schlagen, um an Wasser zu gelangen.

Es kann also völlig unbemerkt, dazu kommen, dass Wurzeln eindringen. In der Regel werden die Wurzeln erst dann entdeckt, wenn technische Probleme auftreten. Dann haben die Wurzeln aber meist schon einen größeren wirtschaftlichen Schaden verursacht. Ein Kanal, in den Wurzeln eingedrungen sind, ist nach DIN Norm 1986-100 undicht und muss saniert werden. Daran schließt sich natürlich sofort die Frage des Schadensersatzes an. Wenn Wurzeln derartige Schäden verursachen, so ist der Eigentümer des Baumes in der Regel „Störer“ im Sinne des BGB § 1004, was zur Ursache hat, dass der Verursacher bzw. sein Besitzer die Kosten dafür zu tragen hat. Häufig beginnt damit ein Rechtsstreit zwischen den Parteien. Rechtssicherheit zwischen den Parteien bringt in diesem Fall ein Baum bzw. Wurzelgutachten, das es erlaubt aufgrund der Proben den verursachenden Baum zu identifizieren.

Zwischenzeitlich haben Gerichte dahingehend geurteilt, dass die Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundstücksbesitzer bei solchen Wurzelschäden  den Schaden übernimmt, auch wenn es sich nicht um fahrlässiges Verschulden handelt. Allerdings lässt sich dieser Versicherungsfall nur klären, wenn bekannt ist, welcher Baum und damit, welcher Besitzer für den Schaden ursächlich ist.

 

2018-05-07T16:42:57+00:007. Mai 2018|Tags: , , , |