Ein Wasserschaden wirkt auf den ersten Blick vielleicht harmlos und soll schnell saniert werden. Es finden sich Wasserflecken, die überstrichen werden. Die sichtbare Nässe verschwindet, die betroffenen Flächen werden getrocknet und der Alltag kehrt zurück. So wird zu oft bei Feuchte- und Wasserschäden vorgegangen. Doch genau hier beginnt das eigentliche Risiko: Schimmelpilze entwickeln sich oft unbemerkt und werden vielleicht erst Wochen nach einem Wasserschaden sichtbar. Für Bewohner, Eigentümer, Immobilienbetreiber und Sanierungsfirmen stellt das ein Herausforderung dar. Ein erfolgreiches Sanierungskonzept beinhaltet die Schritte: Ursachenforschung – Ursachenbehebung – Feinreinigung – mikrobiologische Freimessung – Freigabe der Räume.
Feuchtigkeit verschwindet – Schimmelpilze bleiben
Nach einem Wasserschaden verbleibt Feuchtigkeit häufig in Bauteilen wie Estrich, Dämmmaterial, Trockenbauwänden, Holz oder anderen Materialien. An dieser Stelle kommen oft Trocknungsgeräte zum Einschat. Die Materialien trocknen jedoch oft langsam und ungleichmäßig. Schimmelpilze benötigen keine sichtbare Nässe – eine erhöhte Materialfeuchte reicht bereits aus, um Wachstum zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass Schimmelpilze oft schneller wachsen, als Trockengeräte trocknen können.
Schimmelpilze wachsen im Verborgenen
Bereits 24 bis 48 Stunden nach einem Wasserschaden beginnen die Schimmelpilzsporen bei geeigneten Bedingungen wie wenig Luftzirkulation, konstante Feuchtigkeit und moderate Temperaturen zu keimen. In dieser Phase bleiben sie unsichtbar, breiten sich aber schon kontinuierlich aus. Bis das Myzel so weit gewachsen ist, dass es dichte Kolonien bildet und schließlich deutlich sichtbar an die Oberfläche tritt, können Wochen oder Monate vergehen. Besonders kritisch sind dabei Hohlräume, abgehängte Decken, Wände hinter Möbeln oder Wandkonstruktionen. Diese Bereiche sind schwer einsehbar und gerade dort herrschen oft ideale Wachstumsbedingungen.
Sporenbelastung steigt lange vor dem sichtbaren Befall
Noch bevor erkennbare Schimmelpilzstellen auftreten, steigt die Konzentration von Schimmelsporen in der Raumluft. Unbemerkt keimen die Sporen aus und bilden Myzel, so beginnt die Besiedlung einer feuchten Stelle. Zu diesem Zeitpunkt ist in der Regel mit den Augen noch nichts zu erkennen. Betroffene Bewohner bemerken möglicherweise Gerüche, Reizungen der Atemwege oder unspezifische Beschwerden. Ohne eine gezielte Suche nach einem Feuchteschaden bleibt die Ursache unklar. Die Schimmelpilze breiten sich in der Zwischenzeit weiter aus.
Warum Sichtkontrollen nicht ausreichen
Viele verlassen sich nach einem Wasserschaden auf eine visuelle Prüfung. Diese Methode greift zu kurz. Schimmelpilze wachsen ohnehin bevorzugt dort, wo man sie nicht sieht. Nur mikrobiologische Untersuchungen liefern dann belastbare Ergebnisse und zeigen, ob ein Risiko besteht – auch dann, wenn Oberflächen sauber wirken.
Frühzeitige Analyse spart Kosten und Risiken
Eine professionelle Schimmelpilzanalytik hilft, Schäden frühzeitig zu erkennen und gezielt zu handeln. Betroffene vermeiden dadurch aufwendige Sanierungen, Betriebsunterbrechungen und mögliche Haftungsrisiken. Eine fundierte Laboranalyse bringt Sicherheit und Entscheidungsgrundlagen für ein erfolgreiches Sanierungskonzept.
Fazit:
Schimmelpilze erscheinen manchmal erst Wochen oder Monate nach einem Wasserschaden, weil sie zunächst im Verborgenen wachsen. Mit einer möglichen Belastung mit Schimmelpilzen ist nach Wasserschäden immer zu rechnen. Eine zeitnahe Untersuchung auf Schimmelpilze spart daher Zeit, Kosten und Nerven.
