Unsichtbarer Schimmelpilzbefall
Schimmelpilze gehören zu den häufigsten und zugleich am meisten unterschätzten Schadfaktoren in Innenräumen. An Wänden, an Decken und Fenstern oder an Silikonfugen im Bad sind die Verfärbungen oft zu erkennen. Ein Großteil der Belastung ist jedoch nicht sichtbar, denn Schimmelpilze wachsen bevorzugt an verdeckten Stellen. Dadurch bleibt der Schimmelpilz oft unentdeckt. Kein schöner Gedanke für Nutzer, Gebäude und die Verantwortlichen der Sanierung.
Feuchtigkeit ist der Auslöser für Schimmelpilze
Egal ob durch Neubaufeuchte, Leckagen, Kondensation oder mangelhafte Lüftungskonzepte. In modernen, luftdichten Gebäuden reichen bereits kleine Feuchtequellen aus, um mikrobielles Wachstum zu begünstigen. Hinzu kommen feuchte, schlecht belüftete dunkle Stellen, denn Schimmelpilze benötigen kein Licht für ihr Wachstum. Oft Stellen, die für Raumnutzer schwer einsehbar und schlecht zugänglich sind wie beispielsweise:
- Hinter Wandverkleidungen wie Paneelen, Tapeten, Decken- oder Sockelleisten
- Mobiliar an Außenwänden
- Hohlräumen in der Wand
- Unter Bodenbelägen
- Unter dem Estrich oder in Dämmstoffen
- In Kellerräumen oder in anderen schlecht belüfteten Räumen
Visuelle Beurteilung ist zu wenig
Oftmals wird unsichtbarer Schimmel erst dann bemerkt, wenn ein modriger Geruch oder Feuchteflecken auftauchen. Für Sachverständige, Sanierer, Baubiologen, Architekten und Bauingenieure bedeutet das: Die rein visuelle Beurteilung greift zu kurz. Erst eine fundierte Laboranalyse liefert belastbare Aussagen zur Art, Konzentration und Relevanz von Schimmelpilzen im Innenraum. Oberflächen- oder Materialproben oder Luftkeimsammlungen helfen dabei, auch verdeckte Schäden sicher zu identifizieren.
Unangenehme Begleiterscheinungen von Schimmelpilzen
Körperliche Reaktionen auf Schimmelpilze umfassen ein breites Spektrum, das von Schleimhautreizungen in Augen, Nase und Hals über Atemwegsbeschwerden wie Husten, Verschleimung der Atemwege und Asthma, über Hautreizungen bis hin zu allergischen Reaktionen reicht. Das Allgemeinbefinden kann leiden begleitet von Symptomen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrations- und Schlafstörungen sowie Hautreizungen. Die Reaktionen können stark variieren.
Klar davon abgrenzen muss man hier die tatsächlichen Mykosen, die zu Infekten von Organen führen und anderen systematischen Problemen. Diese sogenannten Mykosen tauchen in aller Regel nur bei Menschen mit reduziertem Immunsystem auf.
Darüber hinaus werden verschiedene Schädlinge wie Silberfische und andere Insekten angezogen, die sich von Schimmelpilzen teilweise ernähren. Das vermehrte Auftreten solcher Schädlinge kann ein Indikator für Schimmelpilzbefall sein.
Wie kann man unsichtbare Schimmelpilze aufspüren?
Eine Raumluftmessung oder Untersuchung von Materialproben anhand von Laboranalysen sind für den Nachweis eines Schimmelpilzbefalls notwendig. So erhält man belastbare Aussagen zu Konzentration, Gattung und andere relevante Informationen zu vorliegenden Schimmelpilzen. Verdeckte Schimmelpilzschäden können sicher identifiziert werden.
Fachgerechte Sanierung mit System
Eine fachgerechte Sanierung funktioniert im Grunde immer nach dem gleichen Prinzip. Ohne klare Ursachenanalyse der Feuchte bleibt jede Sanierung ein Risiko. Erfolgreiche Schimmelpilzsanierung bedeutet mehr als das Entfernen befallener Materialien – sie setzt an der Ursache an. Nur wenn Feuchteeinträge dauerhaft beseitigt werden, lässt sich erneuter Befall verhindern. Laboruntersuchungen spielen dabei eine entscheidende Rolle – sowohl zur Sanierungsplanung als auch zur Qualitätssicherung nach Abschluss der Arbeiten.
Eine fachgerechte Sanierung folgt diesen Prinzipien:
- Suche der Ursache
- Abschottung je nach Bedarf
- gezielter Rückbau
- Untersuchung auf mögliche Schimmelpilze
- Feinreinigung
- Freimessung zur Sanierungskontrolle
- Wiederaufbau sofern die Freimessung in Ordnung war
Schimmelpilze sind, unabhängig davon ob sichtbar oder nicht-sichtbar wachsend, ist ein komlexes Problem. Laboranalytik schafft Klarheit, reduziert Haftungsrisiken und unterstützt fundierte Entscheidungen – für nachhaltige Gebäude und gesunde Nutzer. Für Fragen zur Probennahme kontaktieren Sie uns.
