Welche Schimmeltests gibt es?
Bei Verdacht auf Schimmelpilzen in der Wohnung gibt es verschiedene Möglichkeiten diese nachzuweisen. Werden dunkle Flecken an Wänden, Decken oder anderen Bauteilen entdeckt, stellt sich häufig die Frage, ob tatsächlich ein Schimmelbefall vorliegt und wie dieser zuverlässig nachgewiesen werden kann. Nicht alle Schimmelpilzuntersuchungen sind gleichermaßen aussagekräftig. Während einige Untersuchungsmethoden belastbare Ergebnisse liefern, werden andere Tests häufig angeboten, ohne dass daraus verwertbare Erkenntnisse gewonnen werden können. Das macht wenig Sinn. Alle Proben die wir hier aufzeigen werden auch im Leitfaden des Umweltbundesamtes beschrieben.
Klebeprobe – Schimmelpilze direkt nachweisen
Eine einfache und sinnvolle Methode ist die Klebeprobe. Dabei wird ein klares und transparentes Klebeband wie im Büro verwendet, mit einer Länge von ca. 4 cm direkt auf die verdächtige Stelle aufgebracht. Anschließend wird die Probe vorsichtig abgezogen und zur mikroskopischen Untersuchung ins Labor eingesendet.
Durch diese Schimmelpilztests können Schimmelpilze, Sporen und andere biologische und nicht biologische Strukturen direkt nachgewiesen werden. Zudem kann bestimmt werden, um welche Schimmelpilzgattung es sich handelt. Die Klebeprobe eignet sich insbesondere dann, wenn sichtbare Verfärbungen oder Beläge vorhanden sind und abgeklärt werden soll, ob tatsächlich Schimmel vorliegt.
Darüber hinaus ist diese Methode vergleichsweise kostengünstig und kann von Privatpersonen selbst durchgeführt werden. Die Auswertung erfolgt in einem Fachlabor, wie dem unsrigen.
Materialproben – Verdächtige Baustoffe untersuchen
Neben der Klebeprobe können auch Materialproben entnommen und einem Schimmeltest unterzogen werden. Hierbei werden kleine Mengen eines verdächtigen Materials, beispielsweise von Tapeten, Putz, Holz oder Dämmstoffen, untersucht. Keinesfalls sollten diese aber von der Oberfläche abgeschliffen werden. Das sorgt nur für die Verteilung möglicher Sporen im Raum. Die Auswertung erfolgt entweder mikroskopisch oder durch die Herstellung einer Suspension des entnommenen Materials. Das hängt vom eingereichten Material ab. Anschließend können vorhandene Schimmelpilzsporen oder andere Bestandteile analysiert werden. Außerdem können Materialuntersuchungen wichtige Hinweise für die Planung einer fachgerechten Sanierung liefern. Belastete Materialien werden gezielt entfernt oder behandelt.
Professionelle Untersuchung – Schimmelsporen in der Luft testen
Eine weitere aussagekräftige Untersuchungsmethode ist die professionelle Raumluftanalyse. Hierbei werden Luftproben unter definierten Bedingungen entnommen und anschließend im Labor ausgewertet.
Grundsätzlich kommen dabei zwei Verfahren zum Einsatz. Einerseits kann eine Luftkeimsammlung durchgeführt werden, bei der Schimmelsporen auf speziellen Nährmedien gesammelt werden. Andererseits kann eine Luftpartikelsammlung erfolgen, bei der die in der Raumluft vorhandenen Partikel mikroskopisch untersucht werden. Welche der beiden Methoden verwendet wird entscheidet der Probennehmer vor Ort. Dabei werden im verdächtigen Innenraum und, als Referenz, draussen definierte Mengen an Luft eingesogen. Durch diese Untersuchungen kann festgestellt werden, ob erhöhte Konzentrationen von Schimmelsporen in der InnenRaumluft vorhanden sind. Dazu müssen Innen- und Außenluft miteinander verglichen werden, sodass eine fachliche Bewertung der Belastung möglich wird. Insbesondere bei verdecktem Schimmelbefall oder bei gesundheitlichen Beschwerden ohne sichtbare Schimmelflecken kann eine professionelle Raumluftuntersuchung wichtige Erkenntnisse liefern ob sich Schimmelpilze in der Raumluft befinden.
Warum ein Schimmeltest mit offenen Nährböden nicht empfehlenswert sind
Im Handel werden häufig Do-it-yourself-Schimmeltests angeboten. Dabei werden offene Nährböden oder Schalen für eine bestimmte Zeit im Raum aufgestellt. Anschließend sollen die darauf wachsenden Pilze Rückschlüsse auf die Schimmelbelastung ermöglichen.
Aus fachlicher Sicht liefern solche Verfahren jedoch keine belastbaren Ergebnisse. Diese Art von „Beprobung“ findet sich auch nicht im Leitfaden es Umweltbundesamtes. Schimmelsporen befinden sich nahezu überall in der Umgebungsluft und können zufällig auf den Nährboden gelangen. Das Ergebnis hängt daher stark von Luftbewegungen, Lüftungsverhalten, Aufenthaltsdauer und vielen weiteren Zufallsfaktoren ab. Das Ergebis ist dann tatsächlich auch mehr Zufall als belastbares Ergebnis.
Eine quantitative Bewertung der tatsächlichen Raumluftbelastung ist so nicht möglich. Ebenso kann nicht zuverlässig festgestellt werden, ob ein Schimmelproblem in der Wohnung vorliegt oder nicht. Im professionellen Bereich findet diese Untersuchung keine Anwendung. Für Betroffene bedeutet das Aufstellen von Nährbodenschalen häufig lediglich zusätzliche Kosten, ohne dass daraus relevante oder verwertbare Erkenntnisse gewonnen werden können. Wer einen Schimmeltest in der Wohnung durchführen lassen möchte sollte darauf vertrauen können, das die Ergebnisse auch so sicher wie möglich sind.
Fazit: Welche Schimmeltests sind sinnvoll?
Für Privatpersonen sind als Schimmeltest in der Wohnung insbesondere drei Untersuchungsmethoden empfehlenswert. Dazu zählen die Klebeprobe, die Untersuchung von Materialproben sowie die professionelle Raumluftuntersuchung durch Luftkeim- oder Luftpartikelsammlung.
Mit diesen Verfahren können aussagekräftige Ergebnisse erzielt und Schimmelprobleme zuverlässig bewertet werden. Dagegen liefern einfache Schimmeltests mit offenen Nährböden keine belastbaren Aussagen über die tatsächliche Schimmelbelastung einer Wohnung. Wer Klarheit über einen möglichen Schimmelbefall erhalten möchte, sollte daher auf fachlich anerkannte Untersuchungsmethoden setzen.
