Schimmeltest in der Wohnung

Schimmeltest – Wie kann ich Schimmelsporen testen?

Bei Verdacht auf Schimmelpilzen in der Wohnung gibt es verschiedene Möglichkeiten diese nachzuweisen. Werden dunkle Flecken an Wänden, Decken oder anderen Bauteilen entdeckt, stellt sich häufig die Frage, ob tatsächlich ein Schimmelbefall vorliegt und wie dieser zuverlässig nachgewiesen werden kann. Die einfachste und schnellste Methode ist eine Untersuchung mit dem Mikroskop durch ein Fachlabor. Entweder durch eine sogenannte Klebeprobe (Video) oder die Untersuchung von Material. Es gibt noch weitere Möglichkeiten dem Schimmel in der Wohnung auf die Spur zu kommen, aber dazu braucht man spezielle Geräte die in aller Regel nur Experten für Schimmelpilze haben, denn diese Geräte sind sehr teuer. Nicht alle Schimmelpilzuntersuchungen sind gleichermaßen aussagekräftig. Ein weiteres Problem ist, dass Schimmel meist mit den Augen nicht zu sehen ist. In Fällen, wo er schon sichtbar ist, ist meist der Schaden auch schon fortgeschritten.

Zurück zu den Möglichkeiten des Schimmelpilztest. Während einige Untersuchungsmethoden belastbare Ergebnisse liefern, werden andere Tests häufig angeboten, ohne dass daraus verwertbare Erkenntnisse gewonnen werden können. Das macht wenig Sinn. Alle Proben die wir hier aufzeigen werden auch im Leitfaden des Umweltbundesamtes beschrieben.

Wie kann ich Schimmel in meiner Wohnung finden?

Vor dem eigentlichen Schimmeltest gibt es noch ein paar Schritte zu tun. Ein Schimmelcheck ist einfach durchzuführen und erfordert erstmal keine speziellen Fachkenntnisse. So gehen Sie vor:

  1. Raum gründlich inspizieren: Beginnen Sie mit der Sichtprüfung der Wände, Decken und Böden. Suchen Sie nach Verfärbungen oder feuchten Stellen, die auf einen beginnenden Schimmelbefall hinweisen könnten.

  2. Feuchtigkeit messen: Verwenden Sie ein Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit in verschiedenen Räumen zu messen. Idealerweise sollte die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen unter 60 % liegen. Wenn sie darüber liegt, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit für Schimmel in der Wohnung. Allerdings ist das nur eine Faustformel. Es spielen verschiedene bauphysikalische Parameter eine Rolle.

  3. Verborgene Stellen überprüfen: Achten Sie auf schwer zugängliche Bereiche wie hinter Möbeln oder in Wandspalten. Wenn Sie dort einen muffigen Geruch wahrnehmen, könnte sich auch dort Schimmelbefall entwickeln.

  4. Teststreifen verwenden: Falls Sie eine verdächtige Stelle vorfinden, wie einen sogenannten Stockfleck oder andere Verfärbungen können Sie einen Oberflächentest machen. Die Anleitung dafür gibt es hier. Der geht ganz schnell, ist einfach und nicht teuer.

  5. Möbel und Einbauten nicht direkt an die Wand: Insebesondere wenn es sich um eine Außenwand handelt sollten Möbel und Einbauten nicht direkt an die Wand herangerückt werden. So kann es zur Luftzirkulation kommen, die einer Schimmelausbreitung entgegenwirken kann.

Klebeprobe – der einfach SchimmelpilzTest

Eine häufige Frage ist: „Wie kann ich meine Wohnung auf Schimmelpilz testen?“ Bei verdächtigen Stellen, die man schon mit dem bloßen Auge erkennen kann gibt es eine einfache und sinnvolle Methode, das st die sogenannte Klebeprobe. Dabei wird ein klares und transparentes Klebeband wie im Büro verwendet, mit einer Länge von ca. 4 cm direkt auf die verdächtige Stelle aufgebracht. Anschließend wird die Probe vorsichtig abgezogen und zur mikroskopischen Untersuchung ins Labor eingesendet.

Damit kann man Schimmelpilze, Sporen und andere biologische und nicht biologische Strukturen testen und direkt nachweisen. Zudem kann bestimmt werden, um welche Schimmelpilzgattung es sich handelt. Die Klebeprobe eignet sich überall dort, wo sichtbare Verfärbungen oder Beläge vorhanden sind und abgeklärt werden soll, ob tatsächlich Schimmel vorliegt. Wenn sich beispielsweise Schimmelsporen an der Wand abgelagert und entwickelt haben.

Darüber hinaus ist diese Methode vergleichsweise kostengünstig und kann von Privatpersonen selbst ganz einfach durchgeführt werden. Die Auswertung erfolgt in einem Fachlabor, wie dem unsrigen. Denk Link zum Video findet Ihr oben im Text hier noch Näheres dazu worauf man achten sollte.

 

Materialproben – Verdächtige Baustoffe auf Schimmelsporen testen

Neben der Klebeprobe können auch Materialproben entnommen und einem Schimmeltest unterzogen werden. Hierbei werden kleine Mengen eines verdächtigen Materials, beispielsweise von Tapeten, Putz, Holz oder Dämmstoffen, untersucht. Keinesfalls sollten diese aber von der Oberfläche abgeschliffen werden. Das sorgt nur für die Verteilung möglicher Sporen im Raum. Die Auswertung erfolgt entweder mikroskopisch oder durch die Herstellung einer Suspension des entnommenen Materials. Das hängt vom eingereichten Material ab. Anschließend können vorhandene Schimmelpilzsporen oder andere Bestandteile analysiert werden. Außerdem können Materialuntersuchungen wichtige Hinweise für die Planung einer fachgerechten Sanierung liefern. Belastete Materialien werden gezielt entfernt oder behandelt.

 

Professionelle Untersuchung – Schimmelsporen in der Luft testen

Eine weitere aussagekräftige Untersuchungsmethode ist die professionelle Raumluftanalyse. Hierbei werden Luftproben unter definierten Bedingungen entnommen und anschließend im Labor ausgewertet.

Grundsätzlich kommen dabei zwei Verfahren zum Einsatz. Einerseits kann eine Luftkeimsammlung durchgeführt werden, bei der Schimmelsporen auf speziellen Nährmedien gesammelt werden. Andererseits kann eine Luftpartikelsammlung erfolgen, bei der die in der Raumluft vorhandenen Partikel mikroskopisch untersucht werden. Welche der beiden Methoden verwendet wird entscheidet der Probennehmer vor Ort. Dabei werden im verdächtigen Innenraum und, als Referenz, draussen definierte Mengen an Luft eingesogen. Durch diese Untersuchungen kann festgestellt werden, ob erhöhte Konzentrationen von Schimmelsporen in der InnenRaumluft vorhanden sind. Dazu müssen Innen- und Außenluft miteinander verglichen werden, sodass eine fachliche Bewertung der Belastung möglich wird. Insbesondere bei verdecktem Schimmelbefall oder bei gesundheitlichen Beschwerden ohne sichtbare Schimmelflecken kann eine professionelle Raumluftuntersuchung wichtige Erkenntnisse liefern ob sich Schimmelpilze in der Raumluft befinden.

 

Warum ein Schimmeltest mit offenen Nährböden nicht empfehlenswert sind

Im Handel werden häufig Do-it-yourself-Schimmeltests angeboten. Dabei werden offene Nährböden oder Schalen für eine bestimmte Zeit im Raum aufgestellt. Anschließend sollen die darauf wachsenden Pilze Rückschlüsse auf die Schimmelbelastung ermöglichen.

Aus fachlicher Sicht liefern solche Verfahren jedoch keine belastbaren Ergebnisse. Diese Art von „Beprobung“ findet sich auch nicht im Leitfaden es Umweltbundesamtes. Schimmelsporen befinden sich nahezu überall in der Umgebungsluft und können zufällig auf den Nährboden gelangen. Das Ergebnis hängt daher stark von Luftbewegungen, Lüftungsverhalten, Aufenthaltsdauer und vielen weiteren Zufallsfaktoren ab. Das Ergebis ist dann tatsächlich auch mehr Zufall als belastbares Ergebnis.

Eine quantitative Bewertung der tatsächlichen Raumluftbelastung ist so nicht möglich. Ebenso kann nicht zuverlässig festgestellt werden, ob ein Schimmelproblem in der Wohnung vorliegt oder nicht. Im professionellen Bereich findet diese Untersuchung keine Anwendung. Für Betroffene bedeutet das Aufstellen von Nährbodenschalen häufig lediglich zusätzliche Kosten, ohne dass daraus relevante oder verwertbare Erkenntnisse gewonnen werden können. Wer einen Schimmeltest in der Wohnung durchführen lassen möchte sollte darauf vertrauen können, das die Ergebnisse auch so sicher wie möglich sind.

 

Fazit: Welche Schimmeltests sind sinnvoll?

Für Privatpersonen sind als Schimmeltest in der Wohnung insbesondere drei Untersuchungsmethoden empfehlenswert. Dazu zählen die Klebeprobe, die Untersuchung von Materialproben sowie die professionelle Raumluftuntersuchung durch Luftkeim- oder Luftpartikelsammlung.

Mit diesen Verfahren können aussagekräftige Ergebnisse erzielt und Schimmelprobleme zuverlässig bewertet werden. Dagegen liefern einfache Schimmeltests mit offenen Nährböden keine belastbaren Aussagen über die tatsächliche Schimmelbelastung einer Wohnung. Wer Klarheit über einen möglichen Schimmelbefall erhalten möchte, sollte daher auf fachlich anerkannte Untersuchungsmethoden setzen.