DIN-Normen schaffen Klarheit in komplexen Themen. Sie definieren Anforderungen, vereinheitlichen Prozesse und sichern Qualität. Besonders in Deutschland genießen die Standards des Deutsches Institut für Normung (DIN) einen hohen Stellenwert. Unternehmen und Betriebe orientieren sich an ihnen, Behörden fordern sie ein, und Auftraggeber setzen sie oft voraus. Doch zwischen Theorie und gelebter Praxis entsteht immer wieder eine Lücke. Genau hier hakt es in der Praxis hin und wieder. Auch in der Sanierung von Schimmelpilzen und holzzerstörenden Pilzen spielen Normen eine wichtige Rolle. Solche Schäden können bauphysikalisch komplex sein. Werden Normen nicht eingehalten, ist das Risiko einer nicht erfolgreichen Sanierung groß.
Was DIN-Normen leisten sollen
DIN-Normen strukturieren Abläufe, erhöhen die Vergleichbarkeit von Leistungen und reduzieren Risiken. Sie geben Planern, Herstellern und Dienstleistern einen klaren Rahmen. Außerdem schaffen sie Rechtssicherheit, weil Gerichte DIN-Normen häufig als „anerkannten Stand der Technik“ bewerten. Sie können in dem Sinne nicht eingefordert werden, aber in Streitfällen wird sich oft darauf bezogen. Häufig handelt es sich um knifflige Fälle oder Vorgehensweisen. In solchen Fällen sind dringend „Leitplanken“ gefordert, die den richtigen Weg zumindest grob skizzieren.
Dadurch entsteht jedoch ein hoher Anspruch: Betriebe müssen Vorgaben nicht nur kennen, sondern korrekt interpretieren und konsequent umsetzen. Und genau an diesem Punkt beginnt die Herausforderung, insbesondere vor Ort, wenn sich Dinge nicht als „lehrbuchmäßig“ herausstellen.
Warum die Praxis ausbremst
Im Arbeitsalltag treffen Normen auf Zeitdruck, Budgetgrenzen und individuelle Projektanforderungen. Während die DIN eine ideale Lösung beschreibt, verlangt die Praxis flexible Entscheidungen.
Zum Beispiel:
- Projekte laufen unter engen Deadlines
- Kostendruck durch den Auftraggeber
- Kunden wünschen individuelle Anpassungen
- Materialien oder Ressourcen stehen nicht wie geplant zur Verfügung
- Mitarbeitende kennen die Norm nicht im Detail
Außerdem interpretieren Beteiligte einzelne Vorgaben unterschiedlich. Dadurch entstehen Unsicherheiten. Manche setzen Anforderungen übertrieben streng um, andere wiederum ignorieren sie teilweise. Beides führt zu Problemen.
Typische Konfliktfelder
- Kosten vs. Qualität
An erster Stelle steht der Kostndruck. DIN-konforme Lösungen verursachen manchmal höhere Investitionen. Kunden bestehen häufig auf kostengünstige Lösungen. Unternehmen wägen daher zwischen Wirtschaftlichkeit und Normtreue ab. - Innovation vs. Standardisierung
Innovation lebt von neuen Wegen. Normen dagegen beschreiben etablierte Verfahren. Deshalb entsteht häufig ein Spannungsfeld zwischen Fortschritt und Regelwerk. - Dokumentation vs. Realität
Normen verlangen eine saubere Dokumentation. In der Praxis fehlen jedoch oft Zeit oder digitale Tools
Warum es wirklich hakt
Das eigentliche Problem liegt weniger in der Norm als in den Rahmenbedingungen vor Ort. In der Praxis fehlen klare Prozesse zur Umsetzung. Betriebe unterschätzen Schulungsbedarf, Kommunikation und Verantwortlichkeiten. Zudem betrachten manche Teams Normen eher als lästige Pflicht statt als strategisches Instrument. Bestehen Kunden auf „billige“ Lösungen ist man schnell im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Ausführung. Viele haben schon Sätze gehört wie: „Das braucht es nicht. Habe im Netz gelesen, dass…“ oder „Habe von einer anderen Firma ein viel günstigeres Angebot“ oder „Sie wollen mir doch nur was teuere verkaufen“. Diese Aufzählung wäre beliebig erweiterbar. Dabei könnten sie DIN-Vorgaben aktiv nutzen, um Qualität sichtbar zu machen, Risiken zu minimieren und Wettbewerbsvorteile zu sichern.
Über die Jahre gesammelt, könnten wir hier unzählige Beispiele nennen in denen durch nicht normgerechte Sanierungen Schäden nach Jahren neu aufgeflammt sind. Auch das Thema Schimmelpilzsanierung ist ein komplexes Thema. Nur allzuoft sehen sich Betriebe, die professionell im Thema Sanierung arbeiten mit Mythen und Halbwahrheiten konfrontiert, die scheinbar nicht aus der Welt zu schaffen sind. Der Weg einer normgerechten und damit erfolgreichen Sanierung ist klar vorgegeben. Wir haben hier schon einigemale darüber veröffentlicht. Wer bei der Sanierung von den Normen abweicht riskiert viel. Der Endkunde, dass der Schaden irgendwann neu aufflammt. Das Unternehmen, dass es in Regress genommen wird, weil die einstige Sanierung nicht nach der Norm durchgeführt wurde. Wer Normen nicht nur formal erfüllt, schafft Sicherheit und Effizienz zugleich.
Nicht resignieren
- Aufklärung gegenüber Kunden warum Normen in der Sanierung wichtig sind
- Expertise schafft vertrauen und setzt sich durch
- Offene Kommunikation zwischen Planung und Ausführung
- Schulung zu normgerchten Arbeiten und Probennahmen
- Klare Verantwortlichkeiten im Projekt
- Dokumentation aller durchgeführten Schritte
Fazit
DIN-Normen liefern Orientierung, verursachen aber auch Kosten. Die Praxis fordert Flexibilität, besonders bei hohem Kostendruck. Wenn Betriebe klare Strukturen schaffen und Position beziehen, dann setzt sich Expertise auf Dauer durch.
