Kennen Sie die Antwort? 8 Mythen über Schimmelpilze

Schimmelpilze zählen zu den häufigsten Ursachen für Schäden in und an Gebäuden und daraus resultierende gesundheitliche Beschwerden. Dennoch ranken sich um das Vorhandensein von Schimmelpilzen in Innenräumen weitverbreitete Mythen, mit denen wir als Labor für professionelle Schimmelpilzanalysen aufräumen wollen. Kennen Sie die Antworten? Zunächst eine Einschätzung wieviele Wohnungen in Deutschland davon betroffen sind. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes war ca. jede 3. bis 4. Wohnung schon einmal von einem Feuchteschaden betroffen der zu Schimmelpilzbildung geführt hat. Bei einer geschätzten Zahl von ca. 41 Millionen Wohnungen in Deutschland wären das in etwa 10 Millionen Wohnungen. Hinzu kommt eine Dunkelziffer, von unbekannten Fällen.

 

Mythos 1: „Schimmel ist nur ein optisches Problem.“

Falsch. Dieser Irrglaube ist weit verbreitet und leider gefährlich. Schimmel können, je nach Gesundheitszustand des Bewohners, eine eine gesundheitliche Gefahr für Menschen darstellen. Selbst wenn der Befall noch so gering ist, dass er mit den Augen nicht erkennbar ist, werden schon Sporen freigesetzt. Das zeigt, wie wichitg eine fundierte Analyse auf Sporen ist. Die verbreiteten Sporen sind je nach Schimmelpilzart mehr oder weniger toxisch und insbesondere für Menschen mit Atemwegserkrankungen, Allergien oder Immunschwäche schädlich. Befallene Gebäudebereiche müssen mit erfolgreich saniert und gereinigt werden. Ein kleiner Schimmelfleck ist daher nicht einfach nur harmlos. Weitere Informationen lesen Sie in unserem Blog-Beitrag „Warum Schimmelpilze oft erst Monate nach einem Wasserschaden sichtbar werden

Mythos 2: „Schimmel sieht man doch.“

Nein, nur manchmal. Viele gehen davon aus, dass Schimmel sofort ins Auge fällt. In der Realität zeigt sich ein anderes Bild. Schimmelpilze wachsen oft und gerne im Verborgenen wie in Hohlräumen, abgehängten Decken, im Fehlboden, an Wänden hinter Möbeln, hinter Wandverkleidungen (Tapete, Sockelleisten), unter Bodenbelägen oder in Lüftungsanlagen. Zudem sind solche Sporen bereits in der Luft nachzuweisen, bevor sie für optisch erkennbar sichtbar sind. Eine visuelle Prüfung ist daher keine verlässliche Aussage. Erst eine Laboranalyse weist Schimmel auch dann nach, wenn er mit dem bloßen Auge noch nicht erkennbar ist.

 

Mythos 3: „Schimmel entsteht nur durch falsches Lüften.“

Falsch. Unzureichendes oder falsches Lüften oder Feuchtigkeit durch einen Baumangel in Innenräumen begünstigen Schimmel. Sowohl in Wohn- und Gewerbeimmobilien spielen auch Faktoren wie Baufeuchte, Wärmebrücken, fehlerhafte Wärmedämmung, undichte Leitungen, Baumängel oder Produktionsprozesse eine entscheidende Rolle. Ohne Behebung der Ursache für die eindringende Feuchtigkeit bleibt jede Sanierungsmaßnahme unvollständig. Wenn Räume nur getrocknet und Wände überstrichen werden ohne Ursachenbehebung so ist die Sanierung nicht dauerhaft erfolgreich. Die Ursache muss erfolgreich behoben werden. Danach erfolgen Feinreinigung und Freimessung.

 

Mythos 4: „Wenn die Feuchtigkeit weg ist, ist auch der Schimmel weg.“

Nein, das stimmt nicht. Nach einem Feuchte- oder Wasserschaden reicht es nicht aus, einfach nur zu trocknen. Es gibt Schimmelpilze, die schneller wachsen, als Trockengeräten trocknen können. Um die Ausbreitung eines Schimmelpilzbefalls zu verhindern, müssen unter Umständen auch Einbauten, wie eine abgehängte Decke oder ähnliches, entfernt werden. Raumluftanalyse!

 

Mythos 5: „Mit Antischimmelfarbe bleibt der Schimmel weg.“

Falsch. Mit Antischimmelfarbe einfach über einen Schimmelfleck zu streichen, führt nur zu einem vorübergehenden Erfolg. Antischimmelfarbe beseitigt nicht die Ursache eines Schimmelbefalls. Solange diese Ursache nicht gefunden und entfernt wird, werden auch immer Sporen wachsen. Darüber hinaus hat eine Untersuchung der Stiftung Ökotest gezeigt, dass Antischimmelfarben selbst gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe enthalten, die in die Raumluft abgegeben werden können. Weitere Informationen zu Antischimmelfarben finden Sie auch in unserem Blog-Beitrag „Antischimmelfarben – Ökotest warnt vor bedenklichen Bioziden“ .

 

Mythos 6: „Schimmel betrifft vor allem Altbauten.“

Falsch. Schimmel tritt ebenso in Neubauten, modernen Bürogebäuden und Industriehallen auf. Schlechte Bauqualität mit unzureichender oder falscher Belüftung, Baumängel in der Gebäudehülle, fehlerhafte Wärmedämmung oder unzureichende Installationen schaffen teilweise ideale Wachstumsbedingungen für Schimmel. Regelmäßige Kontrollen helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen.

 

Mythos 7: „Schimmelpilze sind gefährlich.“ versus „Ein bisschen Schimmel tut doch nichts“

Stimmt so nicht, beide Aussagen sind falsch. Ein Teil der Schimmelpilze ist gesundheitsschädlich. Allerdings muss man dabei unterscheiden. Manche Schimmelpilze, können Toxine (=Gifte) freisetzen, die den menschlichen Körper stärker schädigen als andere Schimmelpilzsporen. Man muss aber deutlich zwischen wirklichen Mykosen und eine Art allergischer Reaktion unterscheiden. Es hängt dabei sehr viel vom Immunsystem des Nutzers ab. Ebenso wie bei Lebensmittelallergien, gibt es Menschen die auf Schimmelpilze sehr allergisch reagieren können mit Schnupfen und niesen oder auch asthmatische Beschwerden, während andere überhaupt nicht oder wenidger darauf reagieren.

Bei echten Mykosen ist es etwas anders. Menschen mit reduziertem Immunsystem, durch Krankheit oder angeboren, können empfindlich auf manche Schimmelpilze und deren Mykotoxine reagieren, indem sie echte Mykosen (=Infektionen durch Schimmelpilze) entwickeln. Eine labortechnische Bestimmung der vorliegenden Schimmelpilze unterstützt bei der Risikoeinschätzung und anschließender Vorgehensweise bei Sanierungsmaßnahmen. Einige Schimmelpilze werden dringend gebraucht vielmehr ihre Inhaltsstoffe wie z.B. Penicillium für die Entwicklung von Penicillin oder Aspergillus niger zur Herstellung von Zitronensäure in der Lebenmittelindustrie. Das sind klar positive Beispiele mit spezieller Anwendung. Eines ist jedoch klar: gesundheitsförderlich sind Schimmelpilze in Innenräumen nicht.

 

Mythos 8: „Durch das Aufstellen von Nährböden im Raum erkenne ich ein Schimmelpilzproblem.“

Nein, ganz und gar nicht! Das Aufstellen von Nährböden bringt keine gesicherten Erkenntnisse über eine mögliche Schimmelpilzbelastung. Bei diesem sogenannten Open-Dish-Verfahren werden Nährmedien wahllos offen im Raum platziert, um ausschließlich passiv sedimentierende (sich am Boden absetzende) Schimmelpilzsporen aufzufangen. Kleine, leichte und deshalb in der Luft schwebende Sporen, wie beispielsweise die von Aspergillus oder Penicillium, werden nicht systematisch erfasst. Gerade diese Sporen sind häufig Pilze eines Schimmelpilzbefalls und oftmals gesundheitlich besonders relevant. Oft fallen Sporen in solche Platten die die Bewohner selbst über Haar und Kleidung herein getragen haben. Die Aussagekraft der Ergebnisse wird dadurch stark eingeschränkt. Weitere Informationen zum Open-Dish-Verfahren lesen Sie in unserem Blog-Beitrag „Warum Open-Dish-Verfahren keine belastbaren Aussagen zu Schimmelpilzen liefern“.

 

Fazit

Schimmelpilze sind unsere ständigen Begleiter in der Umgebungsluft, aber erst durch ein Zuviel an Feuchtigkeit vermehren sie sich. Wer bestehende Mythen zu Schimmelpilzen hinterfragt, wird im Falle eines solche Ereignisses die besseren Entscheidungen treffen. Privatpersonen und Unternehmen profitieren gleichermaßen von fundierten Laboranalysen, klaren Daten und fachlicher Einordnung, um geeignete Sanierungsschritte einzuleiten und Sanierungskonzepte erfolgreich zu machen.

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Antischimmelfarben – Ökotest warnt vor bedenklichen Bioziden

Schimmel im Haus sollte nachhaltig und professionell entfernt werden. Das überstreichen eines Schimmelschadens durch Antischimmelfarbe gehört nicht zu den professionellen Methoden um den Schimmel dauerhaft loszuwerden. Darüber hinaus enthalten diese Antischimmelfarben oft Biozide. In Form flüchtiger organischer Substanzen, können diese in die Raumluft gelangen. Dir Firma Ökotest hat sich im Herbst 2025 die Farben genauer angeschaut. Eine Schimmelsanierung aus professioneller hat sorgt dafür, dass die Feuchtigkeitsquelle behoben wird. Dann ist der Anstrich durch Antischimmelfarbe auch nicht notwendig.