Wurzeluntersuchung bei Schaden durch fremde Baumwurzeln

Wurzeluntersuchung bei Schaden durch fremde Baumwurzeln2020-08-06T16:20:59+00:00

Schäden durch Baumwurzeln – Labornachweis zur bestimmung von fremden Baumwurzeln

Auf der Suche nach Wasser können Baumwurzeln in die unterirdische Infrastruktur einwachsen und dort Wurzelschäden verursachen. Die anfallenden Sanierungskosten können erheblich sein. Urbanisierung und Nachverdichtung sowie undichte Rohrverbindungen und Hohlräume können dazu führen dass Wurzeln in Kanäle und Leitungen einwachsen. Gerade in älteren Leitungen genügt ein Haarriss, um den zunächst feinen Wurzelhärchen Eintritt zu verschaffen. Die Verknappung der Ressource Wasser verschärft das Problem, insbesondere in den Städten.

Wie schnell und in welche Richtung Baumwurzeln wachsen hängt  von verschiedenen Faktoren ab. Hierzu gehören die Bodenverhältnisse, sowie Nährstoffe, Wasser, Porengröße, dem Standort, ob sie allein oder in Gruppen stehen und dem Wurzelsystem des Baumes ab.

Ist das Kanalrohr erst einmal erobert kann es soweit kommen, dass das Rohr völlig mit Wurzeln zugesetzt wird. Spätestens dann kommt es zu einem Rückstau des Wassers zum Haus. Das Rohr muss befreit, die Wurzeln herausgefräst und der Kanalabschnitt saniert werden. Hat eine Wurzel einmal Eintritt in ein Kanalrohr gefunden hat, dann nimmt die Sache ihren Lauf. Mancherorts haben Wurzeln schon Mauern durchbohrt, Wände und Garagen angehoben. Bekommen Mauerwerke und Wände Risse muss gegebenenfalls ein Architekt oder Gutachter die Statik prüfen.

Ein Kanal mit Wurzeleinwuchs ist im Sinne von DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden, unabhängig davon ob es einen tatsächlichen Rückstau gibt oder nicht. Daraus ergibt sich häufig ein hoher finanzieller und technischer Aufwand. Für die Kosten, die durch die Wurzelschäden entstehen, haftet in der Regel der Eigentümer des Baums. Um nicht auf den Kosten der Sanierung sitzen zu bleiben, ist es hilfreich herauszufinden von welcher Baumart oder Gattung die Wurzeln stammen. Das lässt sich mit einer genetischen Wurzeluntersuchung herausfinden. Für den Baumnachweis wird in einem mehrschrittigen Prozess das genetische Material der Baumwurzel verglichen mit der DNA der Bäume, die im Umkreis von 15-20 Meter um die Schadstelle herum stehen. Dadurch ergibt sich dann der Rückschluss, welcher Baum den den Wurzelschaden verursacht hat.

Ist durch die Wurzeluntersuchung der Eigentümer ausgemacht, so sollte man den Eigentümer des Baumes ansprechen. Kommt es hier zu keiner Einigung ist juristischer Rat gefragt, um nicht auf den hohen Sanierungskosten sitzen zu bleiben. Im Sinne der nachbarschaftlichen Beziehung empfiehlt sich aber immer zunächst das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen.

Was tun, wenn eine Wurzeleinwuchs stattgefunden hat?

Ein Kanal mit einem Wurzeleinwuchs ist im Sinne von DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden, auch wenn es keinen Rückstau gibt. Eine Sanierungen ist zweifellos aufwendig und dadurch mit hohen Kosten verbunden. Ein Baum der auf fremden Grund Schäden anrichtet, gilt häufig im Sinne des BGB § 1004 als Störer und der Besitzer muss gegebenenfalls für Sanierungskosten aufkommen.  Mit einem genetischen Fingerabdruck läßt sich dieser „Störer“ nachweisen. Gerichte, Versicherungen und Gemeinden bestehen sogar in aller Regel auf diese Nachweisart.

Einen Schaden durch Baumwurzeln sanieren zu lassen ist teuer aber in der Regel unumgänglich. Eine labortechnische Untersuchung von Baumwurzeln durch einen genetischen Fingerabdruck kann in solchen Fällen für Rechtssicherheit sorgen. Andererseits können ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abgewehrt werden.

Genetische Fingerabdrücke bei Wurzeleinwuchs helfen …

  • den passenden Baum zum Wurzelschaden zu finden und somit dem Baumbesitzer
  • Rechtssicherheit zwischen Geschädigten und Verursacher herzustellen
  • Sanierungskosten vom Baumbesitzer einzufordern
  • ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abzuwehren

und darüber hinaus

  • bei der Katalogisierung und Dokumentation  von Baum- und Grünbestand
  • bei wissenschaftlichen Recherchen
  • bei Art- und Gattungsnachweisen z.B. bei Im- und Export


Download unserer Broschüre: Bäume & Wurzeln [PDF]

Weiterführende Informationen

Als Faustformel für die Probennahme gilt, der Durchmesser einer Baumkrone entspricht mindestens dem Durchmesser des Wurzelballens. Betrachten Sie unter diesem Gesichtspunkt die Schadstelle und nehmen Sie von den möglichen “Verursachern” eine Probe wie unten beschrieben. Das Alter der Proben ist unerheblich. Um Verrottung des Materials auf dem Postweg zu verhindern, sollten die Proben möglichst trocken verpackt  werden. Wie die Probennahme am besten durchzuführen ist, finden Sie in folgender Checkliste, die wir für Sie zusammengestellt haben:

  • Nehmen Sie von den in Frage kommenden Bäumen ein Ästchen (ca. 10 cm) ab, möglichst grünes Material, je nach Jahreszeit
  • Stecken Sie die Proben, einzeln und weitgehend trocken, in einen passenden Briefumschlag und verkleben die Lasche oben zusätzlich mit Klebeband
  • Beschriften Sie den Umschlag mit Gattung (falls bekannt) und Datum
  • Geben Sie Wurzelmaterial (Wurzelschleppe oder -stück), ebenfalls trocken, in einen zweiten Umschlag und verkleben die Lasche
  • Machen Sie bei der Probennahme Fotos zur Dokumentation, bitten Sie einen unabhängigen Zeugen hinzu
  • Fertigen Sie eine Skizze an, in der Bäume und Schadstelle eingezeichnet sind inkl. Größen- bzw. Längenangaben und legen Sie diese den Proben bei

Die Proben sollten einzeln, trocken und gut verpackt sein, damit es auf dem Postweg nicht zu Verschleppungen oder Verrottung innerhalb des Probenpakets kommt. Je  feuchter die Proben sind, desto schneller beginnt der Verrottungsprozess. Das kann die Beprobung deutlich erschweren, insbesondere wenn sich bis zum Eintreffen im Labor Schimmelpilze, Würmer oder ähnliches in der Verpackung vermehrt haben.

Nach Schäden durch Baumwurzeln gibt es einiges zu beachten, um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Die wichtigsten Punkte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Stellen Sie bei einem Schaden bzw. Rückstau fest, ob dieser durch Baumwurzeln verursacht wurde
  • Die Baumwurzeln werden vorzugsweise durch eine Fachfirma entfernt
  • Durch Wurzelkappung kann der Baum jedoch erst noch dazu angeregt werden, neue Wurzeln zu bilden
  • Der Kanal sollte umgehend saniert werden mithilfe einer sachkundigen Firma
  • Sollte der Schaden durch einen fremde Baumwurzeln verursacht worden sein, so können Sie gegebenenfalls vom Baumbesitzer die Sanierungskosten einfordern

Durch einen genetischen Fingerabdruck kann der verursachende Baum identifiziert werden. Hierfür müssen Proben der  Baumwurzel und der dafür in Frage kommenden Bäume genommen werden. Die einfachste Variante der Untersuchung wird durchgeführt, wenn es sich um Bäume verschiedener Gattungen handelt. Kommen mehrere Bäume einer Art als Verursacher  für den Wurzelschaden in Frage, weil es sich beispielsweise um eine Allee gleicher Bäume handelt, muss auf Individuenebene geprüft werden, welcher Baum den Wurzelschaden verursacht hat.