Wurzeluntersuchung bei Schaden durch fremde Baumwurzeln

Wurzeluntersuchung bei Schaden durch fremde Baumwurzeln2021-06-17T17:28:33+00:00

Schäden durch Baumwurzeln – Labornachweis zur Bestimmung von fremden Baumwurzeln

Durch Urbanisierung und Nachverdichtung wird es auch für Bäume und Sträucher in den Städten immer enger. Wasser ist auch für Pflanzen eine wichtige Ressource, insbesondere in den Städten. Auf der Suche nach Wasser können Wurzeln in die unterirdische Infrastruktur einwachsen und dort Schäden verursachen. Die anfallenden Sanierungskosten dafür können erheblich sein. Gerade in älteren Leitungen genügt ein Haarriss, um den zunächst feinen Wurzeln Eintritt zu verschaffen. Die Verknappung der Ressource Wasser verschärft das Problem, .

Wie schnell und in welche Richtung Wurzeln wachsen hängt  von verschiedenen Faktoren ab. Die Bodenverhältnisse spielen hier genauso eine Rolle, sowie Nährstoffe, Wasser, Porengröße, dem Standort sogar der Umstand, ob sie allein oder in Gruppen stehen.

Ist ein Kanalrohr erst einmal erobert kann es soweit kommen, dass das Rohr völlig mit Wurzeln zugesetzt wird. Spätestens dann kommt es zu einem Rückstau des Wassers zum Haus. Das Rohr muss befreit, die Wurzeln herausgefräst und der Kanalabschnitt saniert werden. Mancherorts haben Wurzeln schon Mauern durchbohrt, Wände und Garagen angehoben. Bekommen Mauerwerke und Wände Risse muss gegebenenfalls ein Architekt oder Gutachter die Statik prüfen. Mit großer Kraft können Wurzeln Infrastruktur zerstören. Oft genügen anfangs kleine Risse in den jeweiligen Bauelementen.

Es kann auch vorkommen, dass durch einen Zufallsbefund erkannt wird, dass Wurzeln ein Abwasserrohr zusetzen oder Wurzeln nach der Fällung eines Baumes im Untergrund zurück bleiben. Oft bemerkt man erst lange Zeit nach der Fällung dass deren Wurzeln beispielsweise in ein Rohr eingewachsen waren.

Ein Kanal mit Wurzeleinwuchs ist im Sinne von DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden, unabhängig davon ob es einen tatsächlichen Rückstau gibt oder nicht. Daraus ergibt sich häufig ein hoher finanzieller und technischer Aufwand. Für die Kosten, die durch die Wurzelschäden entstehen, haftet in der Regel der Eigentümer des Baums. Um nicht auf den Kosten der Sanierung sitzen zu bleiben, ist es hilfreich herauszufinden von welcher Baumart oder Gattung die Wurzeln stammen. Das lässt sich mit einer genetischen Wurzeluntersuchung herausfinden. Für den Baumnachweis wird in einem mehrschrittigen Prozess das genetische Material der Baumwurzel verglichen mit der DNA der Bäume, die im Umkreis von ca. 20 Meter um die Schadstelle herum stehen. Dadurch ergibt sich dann der Rückschluss, welcher Baum den den Wurzelschaden verursacht hat.

Ist durch die Wurzeluntersuchung der Eigentümer ausgemacht, so sollte man den Eigentümer des Baumes ansprechen. Kommt es hier zu keiner Einigung ist juristischer Rat gefragt, um nicht auf den hohen Sanierungskosten sitzen zu bleiben. Im Sinne der nachbarschaftlichen Beziehung empfiehlt sich aber immer zunächst das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen.

Was tun, wenn durch Wurzeln Schäden entstanden sind?

Ein Kanal mit einem Wurzeleinwuchs ist im Sinne von DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden, auch wenn es keinen Rückstau gibt. Eine Sanierungen ist zweifellos aufwendig und meistens mit hohen Kosten verbunden. Ein Baum der auf fremden Grund Schäden anrichtet, gilt häufig im Sinne des BGB § 1004 als Störer und der Besitzer muss gegebenenfalls für Sanierungskosten aufkommen.  Mit einem genetischen Fingerabdruck läßt sich dieser „Störer“ nachweisen. Gerichte, Versicherungen und Gemeinden bestehen sogar in aller Regel auf diese Nachweisart. Der genetische Fingerabdruck ist bei dieser Fragestellung der Goldstandard. Es handelt sich dabei um eine genetische Vergleichsanalyse zwischen den vorgefundenen Wurzeln und den umgebenden Bäumen.

Einen Schaden durch Baumwurzeln sanieren zu lassen ist teuer aber in der Regel unumgänglich. Eine labortechnische Untersuchung von Baumwurzeln durch einen genetischen Fingerabdruck kann in solchen Fällen für Rechtssicherheit sorgen. Andererseits können ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abgewehrt werden.

Genetische Fingerabdrücke bei Wurzeleinwuchs helfen …

  • den passenden Baum zum Wurzelschaden zu finden und somit den Baumbesitzer
  • Rechtssicherheit zwischen Geschädigtem und Verursacher herzustellen
  • möglicherweise die Sanierungskosten vom Baumbesitzer einzufordern
  • ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abzuwehren

und darüber hinaus

  • bei der Katalogisierung und Dokumentation  von Baum- und Grünbestand
  • bei wissenschaftlichen Recherchen
  • bei Art- und Gattungsnachweisen z.B. bei Im- und Export


Download unserer Broschüre: Bäume & Wurzeln [PDF]

Weiterführende Informationen

Als Faustformel für die Probennahme gilt, der Durchmesser einer Baumkrone entspricht mindestens dem Durchmesser des Wurzelballens. Betrachten Sie unter diesem Gesichtspunkt die Schadstelle und nehmen Sie von den möglichen “Verursachern” eine Probe wie unten beschrieben. Als mögliche Kandidaten gelten alle Bäume und größere Büsche im Umkreis von rund 20 Meter um die Schadstelle herum. Das Alter der Proben ist unerheblich. Um Verrottung des Materials auf dem Postweg zu verhindern, sollten die Proben möglichst trocken verpackt  werden. Wie die Probennahme am besten durchzuführen ist, finden Sie in folgender Checkliste, die wir für Sie zusammengestellt haben:

  • Nehmen Sie von den in Frage kommenden Bäumen ein Ästchen (ca. 10 cm) ab, möglichst grünes Material, je nach Jahreszeit
  • Stecken Sie die Proben, einzeln und weitgehend trocken, in einen passenden Briefumschlag und verkleben die Lasche oben zusätzlich mit Klebeband
  • Beschriften Sie den Umschlag mit Gattung oder Art (falls bekannt) und dem Datum
  • Geben Sie Wurzelmaterial (Wurzelschleppe oder -stück), ebenfalls trocken, in einen weiteren gesonderten Umschlag und verkleben die Lasche
  • Machen Sie bei der Probennahme Fotos zur Dokumentation, bitten Sie einen unabhängigen Zeugen hinzu
  • Fertigen Sie eine Skizze an, aus der der Schadensort hervorgeht inkl. Größen- bzw. Längenangaben und legen Sie diese den Proben bei

Die Proben sollten einzeln, trocken und gut verpackt sein, damit es auf dem Postweg nicht zu Verschleppungen oder Verrottung innerhalb des Probenpakets kommt. Verzichten Sie aus bitte auf jegliche Plastikverpackung und auf Umschläge die luftgepolstert sind. Eingeschlossene Feuchtigkeit in den Probenbeuteln kann nicht verdunsten und kann den Proben, auch auf einem kurzen Postweg, zusetzen. Je feuchter die Proben sind, desto schneller beginnt der Verrottungsprozess. Das kann die Beprobung deutlich erschweren, insbesondere wenn sich bis zum Eintreffen im Labor Schimmelpilze, Würmer oder ähnliches in der Verpackung vermehrt haben.

Nach Schäden durch Baumwurzeln gibt es einiges zu beachten, um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Die wichtigsten Punkte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Stellen Sie bei einem Schaden bzw. Rückstau fest, ob dieser durch Baumwurzeln verursacht wurde
  • Die Baumwurzeln werden vorzugsweise durch eine Fachfirma entfernt
  • Durch Wurzelkappung kann der Baum jedoch erst noch dazu angeregt werden, neue Wurzeln zu bilden
  • Der Kanal sollte umgehend saniert werden mithilfe einer sachkundigen Firma
  • Sollte der Schaden durch einen fremde Baumwurzeln verursacht worden sein, so können Sie gegebenenfalls vom Baumbesitzer die Sanierungskosten einfordern

Durch einen genetischen Fingerabdruck kann der verursachende Baum identifiziert werden. Hierfür müssen Proben der  Baumwurzel und der dafür in Frage kommenden Bäume genommen werden. Die einfachste Variante der Untersuchung wird durchgeführt, wenn es sich um Bäume verschiedener Gattungen handelt. Kommen mehrere Bäume einer Art als Verursacher  für den Wurzelschaden in Frage, weil es sich beispielsweise um eine Allee gleicher Bäume handelt, muss auf Individuenebene geprüft werden, welcher Baum den Wurzelschaden verursacht hat.