Nachweise von Pflanzen, Wurzeln, Bäume und Holzarten

Nachweise von Pflanzen, Wurzeln, Bäume und Holzarten2018-12-13T14:26:07+00:00

Schäden durch Wurzeln oder Äste – ein genetischer Fingerabdruck kann helfen, den  Verursacher-Baum schnell zu identifizieren

Bäume sorgen für unser Wohlbefinden, spenden Schatten und sind ein Ort der Ruhe. Unterirdisch können Bäume Probleme bereiten, wenn sie durch zunehmende Verdichtung der Städte um knappe Ressourcen kämpfen und so mit ihren Wurzeln in Kanäle oder andere Teile der Infrastruktur eindringen, Wege anheben, Fundamente und Mauerwerk durchwachsen. Das oberirdische Baumwachstum ist gut zu kontrollieren, der unterirdische Bereich dagegen kaum. Wie schnell und in welche Richtung Wurzeln wachsen hängt von den Bodenverhältnissen, dem Standort und dem Wurzelsystem des jeweiligen Baumes ab. Der Durchmesser des Wurzelwerkes entspricht mindestens dem der Baumkrone oft geht es auch weit darüber hinaus.

Ein Kanal mit eingewachsenen Wurzeln ist im Sinne von DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden, auch wenn es keinen Rückstau gibt. Eine Sanierungen ist aufwendig und dadurch mit hohen Kosten verbunden. Ein Baum der auf fremden Grund Schäden anrichtet, gilt im Sinne des BGB § 1004 als Störer und sein Besitzer muss gegebenenfalls für Sanierungskosten aufkommen. Ein Geschädigter kann vom Baumbesitzer die Sanierungskosten einfordern. Mit einem genetischen Fingerabdruck läßt sich dieser „Störer“ nachweisen. Gerichte, Versicherungen und Gemeinden bestehen sogar in aller Regel auf diese Nachweisart.

Ein genetischer Fingerabdruck sorgt in einem solchen Fall für Rechtssicherheit. Andererseits können ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abgewehrt werden.

Genetische Fingerabdrücke helfen …

  • den passenden Baum zur Wurzel zu finden und seinen Besitzer
  • Rechtssicherheit zwischen Geschädigten und Verursacher herzustellen
  • Sanierungskosten vom Baumbesitzer einzufordern
  • ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abzuwehren

und darüber hinaus

  • bei der Katalogisierung und Dokumentation  von Baum- und Grünbestand
  • bei wissenschaftlichen Recherchen
  • bei Art- und Gattungsnachweisen z.B. bei Im- und Export


Download unserer Broschüre: Bäume & Wurzeln [PDF]

Weiterführende Informationen

Als Faustformel für die Probennahme gilt, der Durchmesser einer Baumkrone entspricht mindestens dem Durchmesser des Wurzelballens. Betrachten Sie unter diesem Gesichtspunkt die Schadstelle und nehmen Sie von den möglichen “Verursachern” eine Probe wie unten beschrieben. Das Alter der Proben ist unerheblich. Um Verrottung des Materials auf dem Postweg zu verhindern, sollten die Proben möglichst trocken verpackt  werden. Wie die Probennahme am besten durchzuführen ist, finden Sie in folgender Checkliste, die wir für Sie zusammengestellt haben:

  • Nehmen Sie von den in Frage kommenden Bäumen ein Ästchen (ca. 10 cm) ab, möglichst grünes Material, je nach Jahreszeit
  • Stecken Sie die Proben, einzeln und weitgehend trocken, in einen passenden Briefumschlag und verkleben die Lasche oben zusätzlich mit Klebeband
  • Beschriften Sie den Umschlag mit Gattung (falls bekannt) und Datum
  • Geben Sie Wurzelmaterial (Wurzelschleppe oder -stück), ebenfalls trocken, in einen zweiten Umschlag und verkleben die Lasche
  • Machen Sie bei der Probennahme Fotos zur Dokumentation, bitten Sie einen unabhängigen Zeugen hinzu.
  • Fertigen Sie eine Skizze an, in der Bäume und Schadstelle eingezeichnet sind inkl. Größen- bzw. Längenangaben und legen Sie diese den Proben bei

Die Proben sollten einzeln, trocken und gut verpackt sein, damit es auf dem Postweg nicht zu Verschleppungen oder Verrottung innerhalb des Probenpakets kommt. Je  feuchter die Proben sind, desto schneller beginnt der Verrottungsprozess. Das kann die Beprobung deutlich erschweren, insbesondere wenn sich bis zum Eintreffen im Labor Schimmelpilze, Würmer oder ähnliches in der Verpackung vermehrt haben.

Nach Schäden durch Baumwurzeln gibt es einiges zu beachten, um die Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Die wichtigsten Punkte haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Stellen Sie bei einem Schaden bzw. Rückstau fest, ob dieser durch Baumwurzeln verursacht wurde
  • Die Wurzeln werden vorzugsweise durch eine Fachfirma entfernt
  • Durch Wurzelkappung kann der Baum jedoch angeregt werden, neue Wurzeln zu bilden
  • Der Kanal sollte umgehend saniert werden mithilfe einer sachkundigen Firma
  • Sollte der Schaden durch einen fremden Baum verursacht worden sein, so können Sie vom Baumbesitzer die Sanierungskosten einfordern.

Durch einen genetischen Fingerabdruck kann der verursachende Baum identifiziert werden. Hierfür müssen Proben der Wurzel und der dafür in Frage kommenden Bäume genommen werden. Die einfachste Variante der Untersuchung wird durchgeführt, wenn es sich um Bäume verschiedener Gattungen handelt. Kommen mehrere Bäume einer Art als Verursacher in Frage, weil es sich beispielsweise um eine Allee gleicher Bäume handelt, muss auf Individuenebene geprüft werden, welcher Baum der Verursacher ist.