Wurzeluntersuchung nach Schäden durch Baumwurzeln

Wurzeluntersuchung nach Schäden durch Baumwurzeln2022-10-11T16:00:34+00:00

Schäden durch Baumwurzeln – Labornachweis zur Bestimmung von Baumwurzeln

Durch Urbanisierung und Nachverdichtung wird es auch für Bäume und Sträucher in den Städten immer enger. Wasser ist auch für Pflanzen eine wichtige Ressource, insbesondere in den Städten. Auf der Suche nach Wasser können Wurzeln in die unterirdische Infrastruktur einwachsen und dort erhebliche Schäden verursachen. Die anfallenden Sanierungskosten nach einem Wurzeleinwuchs können hoch sein. Gerade in älteren Leitungen genügt ein Haarriss, um den zunächst feinen Wurzeln Eintritt zu verschaffen. Von da an nimmt die Sache ihren Lauf. Trockenheit, die voranschreitende Versiegelung in unseren Städten und Gemeinden und somit die Verknappung der Ressource Wasser verschärfen das Problem.

Wie schnell und in welche Richtung Wurzeln wachsen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben dem Grad der Versiegelung, den Bodenverhältnisse spielen hier genauso eine Rolle, sowie Nährstoffe, Wasser, Porengröße, dem Standort sogar der Umstand, ob sie allein oder in Gruppen stehen. Bei ungünstigen Verhältnissen kann es letztlich zum Wurzeleinwuchs kommen.

Ist ein Kanalrohr erst einmal durch den Wurzeleinwuchs erobert kann es soweit kommen, dass das Rohr völlig mit Wurzeln zugesetzt wird. Spätestens dann kommt es zu einem Rückstau des Wassers zum Haus. Das Rohr muss befreit, die Wurzeln herausgefräst und der Kanalabschnitt saniert werden. Mancherorts haben Wurzeln schon Mauern durchbohrt, Wände und Garagen angehoben. Bekommen Mauerwerke und Wände Risse muss gegebenenfalls ein Architekt oder Gutachter die Statik prüfen. Mit großer Kraft können Wurzeln Infrastruktur zerstören.

Manchmal wird nur durch einen Zufallsbefund erkannt, dass Wurzeln ein Abwasserrohr zusetzen und der Wurzeleinwuchs nach der Fällung eines Baumes im Untergrund zurück bleibt. Oft bemerkt man erst lange Zeit nach der Fällung dass die Wurzeln beispielsweise in ein Rohr eingewachsen waren. Durch immer weitere Partikel aus dem Kanal kommt es irgendwann dazu, dass das Rohr verstopft ist. Der Wurzeleinwuchs führt am Ende zur Verstopfung des Rohrs und es droht der Rückstau des Wassers.

Ein Kanal mit einem Wurzeleinwuchs ist im Sinne von DIN 1986-100 undicht und muss saniert werden, unabhängig davon ob es tatsächlich einen Rückstau gibt oder nicht. Daraus ergibt sich häufig ein hoher finanzieller und technischer Aufwand. Für die Kosten, die durch den Wurzeleinwuchs entstehen, haftet in der Regel der Eigentümer des Baums. Um am Ende nicht auf den Kosten der Sanierung sitzen zu bleiben, ist es hilfreich herauszufinden von welcher Baumart oder Gattung die Wurzeln stammen. Das lässt sich mit einer genetischen Untersuchung herausfinden. Für den Nachweis wird in einem vielschrittigen Prozess ein Abschnitt der Wurzel-DNA verglichen, nach vielen Einzelschritten, mit dem gleich Abschnitt der DNA der jeweiligen Bäume, die im Umkreis von ca. 20 Meter um die Schadstelle herum stehen. Daraus läßt sich ableiten, welcher Baum den Wurzeleinwuchs verursacht hat. Dieser genetische Fingerabdruck ist zwischenzeitlich „state-of-the-art“ und wird als Goldstandard  regelmäßig von Versicherern oder Gerichten angefordert.

Ist durch die Untersuchung klar, wer Eigentümer ist, spricht man diesen am besten zunächst einmal auf das Problem an. Kommt es hier zu keiner Einigung ist juristischer Rat gefragt, um nicht auf den hohen Sanierungskosten sitzen zu bleiben. Im Sinne der nachbarschaftlichen Beziehung empfiehlt sich aber immer zunächst das Gespräch mit dem Nachbarn zu suchen.

Was tun, wenn durch Wurzeln Schäden entstanden sind?

Der durch Wurzeleinwuchs undichte Kanal und muss saniert werden, auch wenn es keinen Rückstau gibt. Eine Sanierungen ist zweifellos aufwendig und meistens mit hohen Kosten verbunden. Ein Baum der auf fremden Grund Schäden anrichtet, gilt häufig im Sinne des BGB § 1004 als Störer und der Besitzer muss gegebenenfalls für Sanierungskosten aufkommen.  Mit einem genetischen Fingerabdruck läßt sich dieser „Störer“, der den Wurzeleinwuchs verursacht hat, nachweisen. Gerichte, Versicherungen und Gemeinden bestehen sogar in aller Regel auf diese Nachweisart. Der genetische Fingerabdruck ist bei dieser Fragestellung der Goldstandard. Es handelt sich dabei um eine genetische Vergleichsanalyse zwischen den vorgefundenen Wurzeln und den umgebenden Bäumen.

Einen Kanal nach einem Wurzeleinwuchs sanieren zu lassen ist zwar teuer, aber in der Regel unumgänglich. Eine labortechnische Untersuchung von Baumwurzeln durch einen genetischen Fingerabdruck kann in solchen Fällen für Rechtssicherheit sorgen, um den Schaden vom Eigentümer des Baumes ersetzt zu bekommen Andererseits können auch ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche mit einer solchen Untersuchung abgewehrt werden.

Genetische Fingerabdrücke bei Wurzeleinwuchs helfen …

  • den verursachenden zu finden und somit den Baumbesitzer
  • Rechtssicherheit zwischen Geschädigtem und Verursacher herzustellen
  • möglicherweise die Sanierungskosten vom Baumbesitzer einzufordern
  • ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abzuwehren

… und darüber hinaus

  • bei der Katalogisierung und Dokumentation  von Baum- und Grünbestand
  • bei wissenschaftlichen Recherchen
  • bei Art- und Gattungsnachweisen z.B. bei Im- und Export


Download unserer Broschüre: Broschüre Wurzeln [PDF]

Weiterführende Informationen

Als Faustformel für die Probennahme gilt, der Durchmesser einer Baumkrone entspricht mindestens dem Durchmesser des Wurzelballens. Betrachten Sie unter diesem Gesichtspunkt die Schadstelle und nehmen Sie von den möglichen “Verursachern” eine Probe wie unten beschrieben. Als mögliche Kandidaten gelten alle Bäume und größere Büsche im Umkreis von rund 20 Meter um die Schadstelle herum. Das Alter der Proben ist unerheblich. Um Verrottung des Materials auf dem Postweg zu verhindern, sollten die Proben möglichst trocken verpackt  werden. Wie die Probennahme am besten durchzuführen ist, finden Sie in folgender Checkliste, die wir für Sie zusammengestellt haben:

  • Nehmen Sie von den in Frage kommenden Bäumen ein Ästchen (ca. 10 cm) ab, möglichst grünes Material, je nach Jahreszeit
  • Verzichten Sie  bei der Verpackung auf Plastikbeutel. Eingeschlossene Feuchtigkeit führt rasch zu Schimmelbildung
  • Stecken Sie die Proben, einzeln und weitgehend trocken, in einen passenden Briefumschlag und verkleben die Lasche oben zusätzlich mit Klebeband
  • Beschriften Sie den Umschlag mit Gattung oder Art (falls bekannt) und dem Datum
  • Geben Sie Wurzelmaterial (Wurzelschleppe oder -stück), ebenfalls trocken, in einen weiteren gesonderten Umschlag und verkleben die Lasche
  • Machen Sie bei der Probennahme Fotos zur Dokumentation, bitten Sie einen unabhängigen Zeugen hinzu
  • Fertigen Sie eine Skizze an, aus der der Schadensort durch den Wurzeleinwuchs hervorgeht inkl. Größen- bzw. Längenangaben und legen Sie diese den Proben bei

Die Proben sollten einzeln, trocken und gut verpackt sein, allerdings keine Plastikverpacktung, damit es auf dem Postweg nicht zu Verrottung innerhalb des Probenpakets kommt. Eingeschlossene Feuchtigkeit in den Probenbeuteln kann nicht verdunsten und kann den Proben, auch auf einem kurzen Postweg, zusetzen. Je feuchter die Proben sind, desto schneller beginnt der Verrottungsprozess. Oder wenn sich bis zum Eintreffen im Labor Schimmelpilze, Würmer oder ähnliches in der Verpackung vermehrt haben. Das kann die Untersuchungsdauer erheblich erschweren und somit verlängern.

Was  es noch zu beachten gibt nach einem Wurzeleinwuchs. Die wichtigsten Punkte haben wir hier nochmal für Sie zusammengefasst:

  • Stellen Sie bei einem Schaden bzw. Rückstau fest, ob dieser durch Wurzeleinwuchs verursacht wurde
  • Der Wurzeleinwuchs wird vorzugsweise durch eine Fachfirma entfernt
  • Durch Wurzelkappung kann der Baum jedoch erst noch dazu angeregt werden, neue Wurzeln zu bilden
  • Der Kanal sollte umgehend saniert werden mithilfe einer fachkundigen Firma
  • Sollte der Schaden durch einen fremde Baumwurzeln verursacht worden sein, so können Sie gegebenenfalls vom Baumbesitzer die Sanierungskosten einfordern

Durch einen genetischen Fingerabdruck kann der Baum, der den Wurzeleinwuchs verursacht hat, identifiziert werden. Hierfür müssen Proben der Baumwurzel und der dafür in Frage kommenden Bäume genommen werden. Die einfachste Variante der Untersuchung ist es, wenn es sich um Bäume verschiedener Gattungen handelt. Kommen mehrere Bäume einer Art als Verursacher  für den Wurzelschaden in Frage, weil es sich beispielsweise um eine Allee gleicher Bäume handelt, muss auf Individuenebene geprüft werden, welcher Baum den Wurzeleinwuchs verursacht hat. Unser Team steht Ihnen bei Fragen zur Probennahme und darüber hinaus gerne zur Verfügung.