Nachweis von Wurzeln, Bäumen, Holz und Pflanzen
In unserem Labor führen wir präzise DNA-Nachweise für verschiedene Bereiche der Pflanzen- und Holzidentifikation durch. Der Einsatz moderner DNA-Technologie ermöglicht eine konkrete Analyse in unterschiedlichen Anwendungsfeldern. Lesen Sie hier weiter zu den Themen:
Wurzeleinwuchs: Durch die DNA-Analyse können wir nachweisen welcher Baum den Wurzeleinwuchs verursacht hat.
Baumnachweis: Im Handel mit Bäumen, sei es in Baumschulen oder im internationalen Handel, sorgt der DNA-Nachweis für klare Identifikation.
Holznachweis: Mithilfe der DNA-Technologie lässt sich die Holzart feststellen. Die Authentizität von Holzarten wird so überprüft.
Pflanzen und Pflanzenteile: Der DNA-Analyse von Pflanzen und pflanzlichen Bestandteilen in Produkten kann die biologischen Inhalte nachweisen.
Unser Labor bietet Ihnen zuverlässige DNA-basierte Nachweise in allen genannten Bereichen und unterstützt Sie dabei, höchste Standards in Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Das Thema Wurzeleinwuchs wollen wir hier noch etwas näher beleuchten.
Wurzeleinwuchs in die Infrastruktur
Wurzeleinwuchs: In 6 Schritten zum verursachenden Baum
Wurzeleinwuchs in die Infrastruktur ist heute ein weit verbreitetes Problem in Gemeinden und Städten, das durch eine Kombination aus Trockenheit, urbaner Verdichtung und veralteter Infrastruktur weiter verstärkt wird. Eingewachsene Wurzeln müssen entfernt werden. Der Nachweis, um welchen Baum es sich dabei handelt gelingt mit einem DNA-Nachweis im Labor. Die Ergebnisse werden in einem gerichtsfesten Prüfbericht formuliert. Es können sowohl Kanäle vom Wurzeleinwuchs betroffen sein als auch andere Infrastruktur, wie Garagen, Mauern, Kellerböden und andere Bauten.
Wie finde ich den verursachenden Baum?
Unser Labor bietet verschiede DNA-Analysen für den Nachweis des verursachenden Baums. Dafür benötigen wir einen kleinen Teil der geborgenen Wurzel und oberirdische Proben (keine Rinde!) der verdächtigen Bäume. In unserem Labor führen wir an den Proben einen genetischen Fingerabdruck durch. Das ist der sogenannte Goldstandard, wie er auch von Gerichten und Versicherungen häufig verlangt wird. Durch das Ergebnis dieser DNA-Analyse lässt sich der verursachende Baum identifizieren. Es handelt sich dabei um eine genetische Vergleichsanalyse zwischen den vorgefundenen Wurzeln und den in Frage kommenden Bäumen im Umkreis von bis zu 40 Metern.
Wie gehe ich bei der Probennahme vor?
- Sie nehmen ein Stück von der Wurzel und verpacken es weitgehend trocken in eine Papierverpacktung.
- Die Verpackung verschliessen Sie gut, damit auch keine kleinen Partikel aus der Tüte heraus können.
- Mit den anderen Proben verfahren Sie genau so.
- Am Ende beschriften Sie alle Proben.
- Dazu erstellen Sie eine Skizze mit Schadensort und Bäumen und Gehölzen der Umgebung.
- Versenden Sie die Proben trocken und gut von einander getrennt.
Eine etwas ausführlichere Beschreibung finden Sie hier in unserer Checkliste. In einigen Ausnahmefällen ist es nicht möglich, ausreichend vermehrungsfähige DNA aus den Wurzeln zu erhalten. Das kann an Stoffen liegen, die die Wurzeln im Boden oder im Kanal aufgenommen haben oder die Wurzel hat nur noch so wenig Substanz, dass keine vermehrungsfähige DNA mehr vorhanden ist. Beides sieht man insbesonderen sehr dünnen Wurzeln nicht an. In aller Regel reichen wenige Zellen jedoch aus, um ausreichend Material zu erhalten.
Wer haftet bei Wurzeleinwuchs?
Wer für den Wurzeleinwuchs haftet ist oft eine Frage die von Versicherungen oder Gerichten geklärt wird. Der genetische Fingerabdruck ist bei Wurzeleinwuchs der Goldstandard wenn es um die Klärung der Frage geht, wem der Baum gehört. In vielen Fällen haftet der Baumbesitzer. Es gibt noch ein paar weitere genetische Untersuchungsmethoden um dem Baum der den Wurzeleinwuchs verursacht hat, auf die Spur zu kommen.

Warum wachsen Baumwurzeln in Rohre ein?
Mit der fortschreitenden Urbanisierung und Nachverdichtung wird der Lebensraum für Bäume und Sträucher in Städten zunehmend eingeschränkt. Auf der Suche nach Wasser breiten sich die Wurzeln von Bäumen und Sträuchern oft in die unterirdische Infrastruktur aus, was zu Wurzeleinwuchs und damit zu erheblichen Schäden führen kann. Neben den Kanälen können auch andere Bauten betroffen sein die Schaden durch den Wurzeleinwuchs erleiden.
Was passiert wenn die Wurzeln in Kanäle oder Infrastruktur einwachsen?
Ein Wurzeleinwuchs verursacht oft verstopfte Kanäle, angehobene Mauern oder beschädigte Garagendecken. Findet der Wurzeleinwuchs in Abwasserkanälen statt, kann es zu einem Rückstau ins Haus kommen. Die Sanierungskosten durch Wurzeleinwuchs verursachte Schäden können schnell in die Höhe schießen. Es reicht oft ein Haarriss, um den Wurzeln Zugang zu ermöglichen – der Beginn eines schleichenden Wurzeleinwuchses.
Trockene Perioden und die zunehmende Bodenversiegelung in städtischen Gebieten verschärfen das Problem. Durch die Verknappung von Wasserressourcen werden Wurzeln gezwungen, andere Wege zu suchen, um an Wasser zu gelangen. Dies führt häufig zu unsichtbaren, aber gefährlichen Schäden an der Infrastruktur.
Was führt zu Wurzeleinwuchs?
Wie schnell und in welche Richtung Wurzeln wachsen, hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Bodenversiegelung und den spezifischen Bodenverhältnissen spielen die Verfügbarkeit von Nährstoffen, Wasser, die Porengröße des Bodens, der Standort des Baums und sogar die Frage, ob Bäume einzeln oder in Gruppen stehen, eine wichtige Rolle. Diese unterschiedlichen Einflussfaktoren die Richtung des Wurzeleinwuchs in Rohre und Infrastrukturen.
Sobald ein Kanalrohr durch Wurzeln verstopft ist, kann es so weit kommen, dass das Rohr vollständig von den Wurzeln durchzogen wird. In diesem Fall kommt es häufig zu einem Rückstau des Wassers in das Gebäude. Um den Schaden zu beheben, werden Rohre freigelegt, die Wurzeln herausgefräst und der betroffene Kanalabschnitt saniert. Wenn durch den Wurzeleinwuchs Risse in Mauerwerken oder Wänden entstehen, muss gegebenenfalls auch die Statik des Bauteils überprüft werden.
Sanierung muss sein
Ist ein Kanal mit Wurzeln eingewachsen, gilt gemäß DIN 1986-100 als undicht und muss zwingend saniert werden – unabhängig davon, ob tatsächlich ein Rückstau festgestellt wird. Dies oft zu einem erheblichen finanziellen und technischen Aufwand. Die Haftung für Schäden durch Wurzeleinwuchs trägt in der Regel der Eigentümer des betroffenen Baums. Letztlich klären das aber Gerichte und Versicherungen.
Oft wird Wurzeleinwuchs nur durch Zufall entdeckt, beispielsweise während der Inspektion eines Abwasserrohrs. In vielen Fällen bleibt der Wurzeleinwuchs nach der Fällung eines Baumes im Boden zurück und verursacht später Probleme. Mit der Zeit sammeln sich immer mehr Partikel im Kanal, was schließlich zu einer vollständigen Verstopfung des Rohrs und einem potenziellen Rückstau führen kann.
Fazit
Mit Wurzeln bewachsene Kanäle müssen saniert werden. Um nicht auf den Sanierungskosten sitzen zu bleiben, wird der verursachende Baum bestimmt durch einen DNA-Nachweis, dessen Ergebnisse in einem gerichtsfesten Prüfbericht formuliert werden. Nach etwa 150 Einzelschritten ergibt sich ein genetischer Fingerabdruck, der exakt dem jeweiligen Baum zugeordnet werden kann. Diese präzise Methode gilt inzwischen als Goldstandard und wird häufig von Versicherungen oder Gerichten verwendet.
Genetische Fingerabdrücke bei Wurzeleinwuchs helfen …
- den verursachenden Baum zu finden und somit dessen Eigentümer
- Rechtssicherheit zwischen Geschädigtem und Baumeigentümer herzustellen
- möglicherweise die Sanierungskosten vom Eigentümer einzufordern
- ungerechtfertigte Schadensersatzansprüche abzuwehren
… und darüber hinaus
- bei der Katalogisierung und Dokumentation von Baum- und Grünbestand
- bei wissenschaftlichen Recherchen
- bei Art- und Gattungsnachweisen z.B. bei Im- und Export
Download unserer Broschüre: Broschüre Wurzeln [PDF]
Weiterführende Informationen
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Wurzeleinwuchs – Checkliste für die Probennahme
- Nehmen Sie von den in Frage kommenden Bäumen ein Ästchen (ca. 10 cm) ab, möglichst grünes Material, je nach Jahreszeit
- Verzichten Sie bei der Verpackung auf Plastikbeutel. Eingeschlossene Feuchtigkeit führt rasch zu Schimmelbildung
- Stecken Sie die Proben, einzeln und weitgehend trocken, in einen passenden Briefumschlag und verkleben die Seiten der Lasche oben zusätzlich mit Klebeband
- Beschriften Sie den Umschlag mit Gattung oder Art (falls bekannt) und dem Datum
- Geben Sie Wurzelmaterial (Wurzelschleppe oder -stück), ebenfalls trocken, in einen weiteren gesonderten Umschlag und verkleben Sie die Seiten der Lasche zusätzlich
- Machen Sie bei der Probennahme Fotos zur Dokumentation, bitten Sie einen unabhängigen Zeugen hinzu
- Fertigen Sie eine Skizze an, aus der der Schadensort durch den Wurzeleinwuchs hervorgeht, inkl. Größen- bzw. Längenangaben, und legen Sie diese den Proben bei
- Laden Sie sich unser Auftragsformular herunter und legen es der oder den Proben bei.
Die Proben sollen einzeln, trocken und gut verpackt sein. Bitte keine Plastikverpackung, damit es auf dem Postweg nicht zu Verrottung der Proben im Paket kommt. Eingeschlossene Feuchtigkeit in den Probenbeuteln kann nicht verdunsten und kann den Wurzelproben, auch auf einem kurzen Postweg, zusetzen. Je feuchter die Proben sind, desto schneller beginnt der Verrottungsprozess oder es könnten sich bis zum Eintreffen im Labor Schimmelpilze, Würmer oder ähnliches in der Verpackung vermehren. Das kann die Untersuchung erheblich erschweren und die Dauer somit verlängern.
Wurzeleinwuchs – wie geht´s weiter?
Was gibt es noch zu beachten nach einem Wurzeleinwuchs? Die wichtigsten Punkte haben wir hier nochmal für Sie zusammengefasst:
- Stellen Sie bei einem Schaden bzw. Rückstau fest, ob dieser durch Wurzeleinwuchs verursacht wurde
- Der Wurzeleinwuchs wird vorzugsweise durch eine Fachfirma entfernt
- Durch Wurzelkappung kann der Baum jedoch dazu angeregt werden, neue Wurzeln zu bilden
- Der Kanal sollte umgehend saniert werden mithilfe einer fachkundigen Firma
- Sollte der Schaden durch einen fremde Baumwurzeln verursacht worden sein, so können Sie gegebenenfalls vom Baumbesitzer die Sanierungskosten einfordern
Durch einen genetischen Fingerabdruck kann der Baum, der den Wurzeleinwuchs verursacht hat, identifiziert werden. Hierfür müssen Proben der Baumwurzel und der dafür in Frage kommenden Bäume genommen werden. Die einfachste Variante der Untersuchung ist es, wenn es sich um Bäume verschiedener Gattungen handelt. Kommen mehrere Bäume einer Art als Verursacher für den Wurzelschaden in Frage, weil es sich beispielsweise um eine Allee gleicher Bäume handelt, muss auf Individuenebene geprüft werden, welcher Baum den Wurzeleinwuchs verursacht hat. Unser Team steht Ihnen bei Fragen zur Probennahme und darüber hinaus gerne zur Verfügung.