Der Grund, warum es keine Grenzwerte für Schimmelpilze gibt
Schimmel in Innenräumen – immer wieder ein heißes Eisen. Häufig hört man von der Forderung nach klaren Grenzwerten für Schimmelpilze in Innenräumen. Doch in der Realität gibt es diese Grenzwerte nicht, und das aus gutem Grund: Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Schimmelsporen. Was für den einen zu Beschwerden führt, fällt für den anderen kaum ins Gewicht. Doch warum ist es so schwierig, feste Grenzwerte zu definieren?
Individuelle Reaktionen auf Schimmelpilze
Schimmelpilze, insbesondere deren Sporen, sind in der Luft allgegenwärtig. Ob in Innenräumen oder draußen, wir atmen ständig Sporen ein, ohne es zu bemerken. Doch nicht jeder reagiert auf Schimmelpilze gleich. Einige Menschen entwickeln bei einem niedrigen Sporenaufkommen Symptome wie Husten, Schnupfen oder allergische Reaktionen, während andere keinerlei Beschwerden verspüren. Das macht es nahezu unmöglich, universelle Grenzwerte für Schimmel festzulegen.
Wenn man von einem Grenzwert für Schimmelpilze spricht, müsste dieser sich auf die Anzahl der Sporen pro Kubikmeter Luft beziehen. Da in der Außenluft stets Sporen vorhanden sind, könnte der Grenzwert nur theoretisch bei null liegen – was unrealistisch wäre. In der Praxis ist es unmöglich, einen Raum vollständig von Schimmelsporen zu befreien, da diese in der Umwelt permanent vorhanden sind. Von Reinräumen sehen wir hier mal ab. Deshalb kann es keinen „sicheren“ Grenzwert geben, der für alle Menschen gleich gilt.
Warum es schwierig ist, einen Grenzwert festzulegen
Es gibt viele verschiedene Schimmelarten, die unterschiedlich auf die Gesundheit wirken können, nicht müssen. Zum Beispiel verursacht die Gattung Penicillium bei manchen Menschen Reizungen der Atemwege, während andere bei höheren Werten keine Symptome bemerken. Auch die Konzentration der Sporen in einem Raum spielt eine Rolle – je höher die Konzentration, desto wahrscheinlicher sind körperliche Reaktionen vor allem bei Allergikern. Und nochmal anders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Die Schwelle, bei der unterschiedliche Menschen auf Schimmel reagieren variiert also stark von Person zu Person. Häufig werden wir mit der Frage konfroniert, ob jemand aus seiner Wohnung ausziehen muss, weil übermäßig viele Sporen in der Wohnung gefunden wurden. Eines Vorweg, das ist medizinische Frage und hängt rein vom eigenen Immunsystem ab. Eine pauschale Antwort ist hier nicht möglich.
Es gibt komplexe Wechselwirkungen, die es noch schwieriger machen allgemeingültige Messwerte zu definieren. Man muss zwischen zwei Dingen unterscheiden: die bloße Anwesenheit von Sporen, die Allergien, Husten, Heisterkeit auslösen können, nicht müssen und den echten Mykosen, die durch die chemischen Stoffwechselprodukte der Pilze ausgelöst werden können, meist bei reduziertem Immunsystem. Auch hier spielen immer die Konzentrationen eine wichtige Rolle. Es bleibt kompliziert. Wenn es um medizinische Probleme geht, bei denen der Verdacht besteht, dass es mit Schimmelpilzen zu tun hat, muss seinen Hausarzt danach befragen oder einen Umweltmediziner aufsuchen.
Was sagen Experten dazu?
Das Umweltbundesamt und viele Fachleute betonen, dass es nicht nur auf die Anzahl der Schimmelsporen ankommt, sondern auf die individuelle Empfindlichkeit der Bewohner. Statt Grenzwerten konzentriert man sich auf präventive Maßnahmen wie richtiges Lüften, eine Kontrolle der Luftfeuchtigkeit und regelmäßige Inspektionen der Wohnräume. Wenn gesundheitliche Beschwerden durch Schimmel auftreten, ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln und zu beseitigen.
Laut dem Umweltbundesamts sollten vor allem Feuchtigkeitsquellen in Innenräumen rechtzeitig erkannt und beseitigt werden, um Schimmelbildung zu verhindern. Dazu zählt falsches Wohnverhalten, geringes Lüften genau so, wie bauliche Mängel, Rohrbrüche, übergelaufene Badewannen etc. Weitere wissenschaftliche Quellen zum Thema Schimmel und Gesundheit finden Sie auf der Website des Umweltbundesamts.
Fazit: Keine einfachen Antworten
Es gibt keine universellen Grenzwerte für Schimmel, da die Reaktion auf Schimmelpilze von vielen Faktoren abhängt. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Schimmelsporen, was die Festlegung von klaren Grenzwerten nahezu unmöglich macht. Das ist der Grund, warum es keine Grenzwerte für Schimmel gibt. Stattdessen ist es entscheidend, Schimmelbildung frühzeitig zu erkennen und präventive Maßnahmen zu ergreifen, um gesundheitliche Risiken zu minimieren. Mit einem simplen günstigen Schimmeltest können unter anderem Oberflächen schnell beprobt werden.