Wurzeln im Abwasserkanal – wer zahlt?

Wer zahlt die Sanierung? Ein verstopfter Abfluss oder ein feuchter Keller löst bei Hausbesitzern sofort Alarm aus. Häufig verursachen Baumwurzeln diese massiven Probleme. Sie dringen durch kleinste Risse in die Abwasserrohre ein, wachsen dort rasant und blockieren schließlich den Abwasserfluss. Die Beseitigung und die anschließende Kanalsanierung kosten oft mehrere tausend Euro. Doch wer übernimmt eigentlich die Kosten für die Schadensbehebung? Die Antwort hängt maßgeblich vom genauen Ort des Schadens ab. Die Grundstücksgrenze entscheidet über die Zuständigkeit.

Wenn Nachbars Baum das Abwasserrohr blockiert

Besonders brisant wird die Situation, wenn die Wurzeln des Nachbarbaums Ihr Rohr beschädigen. Grundsätzlich haben Sie das Recht, störende Wurzeln an der Grundstücksgrenze nicht dulden zu müssen. Bemerken Sie den Schaden jedoch erst im Rohr, muss in vielen Fällen der Baumbesitzer den Schaden bezahlen.
Der Nachbar haftet für die Kosten, besonders dann, falls er seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Das bedeutet: Er hätte den drohenden Schaden erkennen und verhindern müssen. In der Praxis schalten Eigentümer hier die private Haftpflichtversicherung oder die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht des Nachbarn ein. Diese prüft die Ansprüche und reguliert den Schaden bei begründeter Schuld.

Pflicht des Mieters?

Wohnen Sie zur Miete und das Abwasser staut sich aufgrund von Wurzelwerk, betrifft Sie die Rechnung für den Handwerker nicht. Der Vermieter ist gesetzlich verpflichtet, die Mietsache in einem betriebsbereiten Zustand zu erhalten. Er muss die Kosten für die Rohrreinigung und Kanalsanierung vollständig übernehmen. Nur in einem extremen Ausnahmefall zahlt der Mieter: Wenn dieser den Schaden durch nachweisbares Fehlverhalten selbst herbeigeführt hat. Bei Baumwurzeln im Außenkanal ist diese Schuldzuweisung für den Vermieter jedoch praktisch unmöglich.
In einigen Fällen betrifft es auch den öffentlichen Kanal der Gemeinde. Für die Kostenverteilung gilt eine einfache Grundregel: Der Eigentümer des jeweiligen Rohrabschnitts trägt das finanzielle Risiko. Liegt der Wurzeleinwuchs auf Ihrem privaten Grundstück, müssen Sie als Hauseigentümer die Reparatur zunächst selbst bezahlen. Sie tragen die Verantwortung für den ordnungsgemäßen Zustand Ihrer privaten Abwasseranlage. Wurde der Schaden von einem fremden Baum verursacht, stellt sich erneut die Frage der Haftung insbesondere des Schadenersatzes durch den Baumeigentümer.

Wer zahlt den Wurzelschaden?

Das ist am Ende die wichtigste Frage. Der Eigentümer oder die Versicherung? In vielen Fällen ist es der Eigentümer des Baumes. Häufig landen diese Fälle vor Gericht. Unser Fachlabor kann den verursachenden Baum finden. Insofern ist es wichtig die Wurzeln zu sichern und nicht zu entsorgen. Wie Sie die Wurzeln entnehmen haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben. Wer für den Schaden aufkommt ist häufig eine rechtliche Frage.  Daher lohnt es sich immer zu wissen, welcher Baum den Schaden verursacht hat. Wer diese Information nicht hat, bleibt auf alle Fälle auf seinen Kosten sitzen. Im Streitfall ist es wichtig einen gerichtsfesten Nachweis in der Hand zu haben.
Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Er soll Orientierung geben in Fällen, in denen Baumwurzeln Schäden verursacht haben.
Rufen Sie uns an bei Fragen zur Probennahme und zum Versand – 089 45 45 51 6-0
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