Nachweis von Echtem Hausschwamm

Echter Hausschwamm und sein Doppelgänger: So erkennen Sie den gefährlichen Holzzerstörer

Der Echten Hausschwamm (Serpula lacrymans) stellt eine besonders große Gefahr dar. Er kann Holzstrukturen in Gebäuden erheblich schädigen kann. Anders als bei anderen Holzpilzen gibt es für den Echten Hausschwamm spezielle Sanierungsleitfäden, die eine großzügige Sanierung nach DIN-Norm verlangen. Dies liegt an seinem hohen Zerstörungspotential. In einigen Bundesländern ist der Echte Hausschwamm sogar meldepflichtig. Alle anderen Holzpilze erfordern weniger großzügige und aufwendige Sanierung. Warum der Nachweis von Echtem Hausschwamm unumgänglich ist erfahren Sie in diesem Beitrag.

Der Wilde Hausschwamm

Der Echte Hausschwamm hat einen Doppelgänger – den Wilden Hausschwamm (Serpula himantioides), mit dem er genetisch verwandt ist. In den USA entdeckten Forscher vor einiger Zeit sogar einen Hybrid zwischen beiden Arten, was die Bestimmung zusätzlich erschwert. Beide Pilze sehen sich sehr ähnlich, doch ihre Lebensräume und ihre Zerstörungskraft unterscheiden sich deutlich: Der Echte Hausschwamm wächst typischerweise nur in Innenräumen, während der Wilde Hausschwamm sowohl draußen als auch drinnen vorkommt. Daher ist es entscheidend, die beiden Pilze zu unterscheiden, wofür Fachwissen erforderlich ist. Eine Identifikation erfolgt im Labor, wo Experten nach Alleinstellungsmerkmalen des Echten Hausschwamms suchen. Es bleibt daher unerlässlich, eine genaue Untersuchung durchzuführen, um festzustellen, ob es sich um den Echten Hausschwamm handelt.

Zerstörung durch den Echten Hausschwamm

Der Echte Hausschwamm durchwächst Mauern. Gefällt ihm seine Umgebung nicht mehr, etwa weil es zu trocken wird, kann er inaktiv werden und in Mauerwerk oder Holz verharren, bis sich die Umgebungsbedingungen wieder bessern. Dann wächst er aus den verbliebenen Resten erneut heraus. Auch andere holzzerstörende Pilze bilden sich zurück, wenn sie ungünstige Bedingungen vorfinden. Dies kann so weit gehen, dass an einigen Stellen nur noch zerstörtes Holz zurückbleibt. Diesen Vorgang nennt man Autolyse: Der Pilz löst sich an Stellen auf und verwertet die Nährstoffe wieder.

Befällt der Echte Hausschwamm Holz, greift er die Struktur an. Die Tragfähigkeit nimmt ab, die Statik versagt, und das Holz kann sich letztlich pulverisieren. Zu diesem Zeitpunkt brechen Decken, Treppen oder andere Holzeinbauten plötzlich und unerwartet zusammen. Der Echte Hausschwamm wächst gerne ungestört im Verborgenen, was ihn besonders heimtückisch macht.

Durch die potenzielle Gefahr für die Gebäudestruktur verursacht der Echte Hausschwamm hohe Sanierungskosten, die bei anderen Pilzen nicht in dieser Größenordnung auftreten. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte Untersuchung sind daher entscheidend, um größere Sanierungskosten zu vermeiden. Bei Verdacht auf Befall sollten Sie immer ein Fachlabor hinzuziehen, um den Echten Hausschwamm zu bestätigen oder auszuschließen. Nur so stellen Sie sicher, dass die richtigen Sanierungsmaßnahmen ergriffen werden, um eine Ausbreitung und weitere Zerstörung zu verhindern. Besonders nach Bauschäden durch Wassereintritt sollten Sie regelmäßig auf den Echten Hausschwamm oder andere holzzerstörende Pilze prüfen lassen. Haben Sie den Verdacht, weil weißes flockiges Material (ähnlich Zuckerwatte) oder anderer unerklärlicher Bewuchs auf Holz und sogar Mauern auswächst, denken Sie an die Möglichkeit eines Pilzbefalls, insbesondere des Echten Hausschwamms. Ein entscheidender Schritt: Beheben Sie die Ursache für die Feuchtigkeit, andernfalls sind alle kostspieligen Sanierungsmaßnahmen nutzlos.