Schimmel in der Wohnung vermeiden: So schützen Sie sich und Ihr Zuhause
Eines steht fest: Schimmelpilze in der Wohnung will niemand haben. Fakt ist: Sporen sind immer in der Umgebungsluft. Sie müssen nur darauf achten, dass es in der Wohnung nicht zu feucht wird. Dann sind die Sporen in der Umgebungsluft kein Problem. Denn in feuchten und schlecht belüfteten Räumen fühlen sich Schimmelsporen besonders wohl. Doch was kann man tun, um Schimmel zu vermeiden? Was sollte man tun, wenn man den Verdacht hat, dass Schimmel vorhanden ist? Und wie geht man vor, wenn tatsächlich Schimmel entdeckt wird? Man kann eine Menge dagegen tun: Dieser Artikel liefert Ihnen wichtige Informationen und Tipps, um Ihre Wohnung schimmelpilzfrei zu halten und gegebenenfalls richtig zu handeln.
1. Wie entsteht Schimmel in der Wohnung?
Schimmel entsteht durch Feuchtigkeit, die sichtbar wird als Kondenswasser oder undichten Stellen in der Wand oder Decke ansammelt. Ursachen dafür:
- Hohe Luftfeuchtigkeit: Dies tritt besonders in Badezimmern, Küchen oder Kellerbereichen auf.
- Wasserschäden: Undichte Rohre oder Fenster lassen Wasser eindringen, was die ideale Grundlage für Schimmelbildung bietet.
- Unzureichende Belüftung: Ein Mangel an frischer Luft verhindert, dass die Feuchtigkeit in der Luft verdunstet und führt zu Schimmelbildung.
2. Wie lässt sich Schimmelbildung vermeiden?
Richtig Lüften
Lüften ist der wichtigste Faktor, um Schimmel in der Wohnung zu vermeiden, sofern es keinen Baumangel gibt. Stellen Sie Zimmertemperaturen nicht zu niedrich ein. Fenster nur kippen zu lassen oder gar nicht zu lüften ist keine gute Idee.
- Stoßlüften: Feuchtigkeit muss raus – Öffnen Sie mehrmals täglich für 5-10 Minuten alle Fenster weit, um die Feuchtigkeit aus der Wohnung zu lassen.
- Durchzug schaffen: Wenn möglich, öffnen Sie gegenüberliegende Fenster, um einen Luftzug zu erzeugen.
- Luftfeuchtigkeit nicht erhöhen: Kochen, Duschen, Wäsche trocknen, Atmen und Schwitzen, all das bringt Feuchtigkeit in den Rau und erhöhen die Luftfeuchtigkeit enorm. Beim Kochen entstehen z. B. bis zu 3 Liter Wasser. Diese 3 Liter müssen irgendwo hin sonst legen sie sich in der Wohnung irgendwo ab und bieten Sporen eine Möglichkeit zum auskeimen.
- Luftfeuchtigkeit kontrollieren: Verwenden Sie ein Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten. Aus hygienischer Sicht sind 30-60 % rel. Luftfeuchte o.k. Der Wert gilt aber nur als Faustformel.
Heizen Sie richtig
Eine konstante Raumtemperatur verhindert, dass sich Feuchtigkeit an kalten Wänden absetzt:
- Temperatur konstant halten: Auch wenn es draußen kälter wird, sollte die Raumtemperatur nicht stark sinken. Eine gleichmäßige Wärme hilft, Feuchtigkeit zu reduzieren.
- Heizung regelmäßig nutzen: Wenn Räume nicht beheizt werden, kann sich Feuchtigkeit schneller ansammeln. Auch in wenig genutzten Räumen sollte die Heizung eingeschaltet sein.
Feuchtigkeit vermeiden
Vermeiden Sie es, dass sich Wasser in Ihren Räumen ansammelt:
- Feuchte Wände und Böden regelmäßig kontrollieren: Überprüfen Sie regelmäßig Rohre, Fenster und Dichtungen auf Undichtigkeiten.
- Wäsche nicht in der Wohnung trocknen: Wenn möglich, trocknen Sie Ihre Wäsche draußen oder in einem gut belüfteten Raum. Trocknen in geschlossenen Räumen erhöht die Luftfeuchtigkeit erheblich.
- Keine Möbel dicht an der Außenwand: An den Außenwänden keine Möbel stellen. Ist es nicht anders möglich, dann zumindest einen Abstand zwischen Wand und Mobiliar belassen, damit es eine Luftzirkulation gibt.
- Kellerlüften – bitte nicht im Sommer: Lüften Sie im Sommer den Keller, dann kommt warme feuchte Luft herein und trifft auf kalte Kellerluft. Die warme Luft von außen wird abgekühlt, kann weniger Feuchtigkeit transportieren und gibt direkt Feuchtigkeit ab. Diese legt sich als Kondenswasser auf Wände, Türen und Gegenstände. Daher: Kellerlüften im Winter – ja, im Sommer – nein! Weitere Informationen zum Kellerlüften finden Sie hier.
3. Verdacht auf Schimmel: Was tun?
Wenn Sie den Verdacht haben, dass sich Schimmel in Ihrer Wohnung bildet, sollten Sie nicht zögern und schnell handeln. Folgende Maßnahmen helfen, die Situation zu überprüfen:
- Sichtprüfung: Schauen Sie sich Wände, Decken und Ecken genau an. Schimmel zeigt sich oft als schwarze, grüne oder braune Flecken.
- Geruchstest: Ein muffiger, erdiger Geruch kann ein Indiz für Schimmelbildung sein.
- Feuchtigkeitsmessung: Mit einem Feuchtigkeitsmessgerät können Sie feststellen, ob die Wände zu viel Feuchtigkeit aufnehmen. Dies ist besonders hilfreich, um versteckte Feuchtigkeitsquellen zu identifizieren.
Keine gute Idee ist es Petrischalen einfach aufzustellen. Die haben keinerlei Aussagekraft. Sporen fallen nur zufällig hinein. Wenn wirklich etwas auf den Petrischalen wächst, ist nicht klar ob das nun ein Zufallsereignis ist, weil man die Sporen selbt mit Kleidung oder Einkauf hereingebracht hat oder ob die Sporen die man wirklich sucht, nicht irgendwo auf einer Oberfläche liegen und den Weg nicht in die Petrischale gefunden haben.
4. Schimmel beseitigen: Was tun, wenn er da ist?
Ist der Schimmelbefall bereits sichtbar, kommt es darauf an, schnell und richtig zu handeln. Je nach Umfang der Schimmelbildung müssen unterschiedliche Schritte unternommen werden. Schimmel wächst nicht sofort zu einem großen Fleck heran, den man sieht. Seine Sporen sind sehr klein, so dass man sie mit dem bloßen Auge nicht sehen kann.Tauchen doch irgendwo verdächtige Flecken auf, können Sie mit einem handelsüblichen Büroklebestreifen (klar und transparent) eine kleine Probe nehmen und diesen günstig, im Labor untersuchen lassen. Falls Sie größere Schimmelstellen entdecken oder den Verdacht auf Schimmel haben, ist es ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es könnte nämlich auch ein Baumangel dahinter stecken, den ein Laie nicht erkennt.
Kleine Schimmelflächen
Für kleinere Flächen (bis ca. 25x25cm²) können Sie den Schimmel meist selbst beseitigen. Schutzbrille, Handschuhe und ein Kittel oder Overall sind zu empfehlen:
- Reinigen Sie die betroffenen Stellen: Verwenden Sie Brennspiritus oder Isopropanolalkohol. Vorsicht mit brennbaren Flüssigkeiten. Hinweise auf dem Etikett beachten.
- Trocknen Sie die betroffenen Bereiche gründlich: Nach der Reinigung müssen die Wände und Oberflächen gründlich getrocknet werden.
- Umgang mit Mobiliar: Glatte Flächen die nicht porös sind können abgewischt werden. Poröses Material, also rauhe Oberflächen, können auf diese Weise schlecht gereinigt werden vom Schimmel. Da hilft dann oft nur noch die Entsorgung. Polster sind schwer zu reinigen. Textilien können evtl. in der Waschmaschine von Schimmel gereinigt werden. Allerdings gibt der Schimmel häufig nach dem Waschen Flecken auf den Textilien. Bei einem größeren Befall muss eine Fachfirma ran.
Größere Schimmelflächen
Bei größeren Flächen oder wenn der Schimmel tief in die Wände eingedrungen ist, sollten Sie unbedingt einen Fachmann hinzuziehen:
- Ursachen beheben: Es ist wichtig, die Ursache des Schimmels (z. B. undichte Rohre oder Fenster) zu finden und zu beheben, um eine erneute Schimmelbildung zu verhindern.
- Professionelle Schimmelbeseitigung: Ein Experte kann den Schimmel mit speziellen Verfahren entfernen. Dafür werden keine chlorhaltigen Mittel eingesetzt und bei größeren Stellen eine Abschottung aufgebaut. Das ist wichtig, um die Sporen nicht in der ganzen Wohnung zu verteilen!
- Professionelle Wiederherstellung: Mit einfachem „drüberpinseln“ und abdichtender Wandfarbe ist es nur selten getan, wird aber leider immer wieder gerne angeboten oder einfach durchgeführt.
5. Gesundheitliche Risiken von Schimmel
In der Regel führt Schimmel nicht zu schweren gesundheitlichen Problemen. Bei gesunden Menschen können allergische Reaktionen wie Schnupfen, Husten oder juckende Haut auftreten. In seltenen Fällen kann es zu Atemwegserkrankungen kommen. Achtung für empfindliche Personen: Besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie z. B. ältere Menschen oder Menschen mit chronischen Erkrankungen, sind gefährdeter. Bei Verdacht auf gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Schimmel sollten Sie Ihren Hausarzt oder einen Umweltmediziner konsultieren.
Fazit: Prävention und schnelle Reaktion sind entscheidend
Schimmel in der Wohnung kommt häufig vor – läßt sich aber mit einfachen Maßnahmen gut vermeiden. Richtiges Lüften, Heizen und regelmäßige Wartung sind die Schlüssel zur Vermeidung. Sollte es dennoch zu einem Schimmelbefall kommen, ist schnelles Handeln gefragt: Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Wohnung, reinigen Sie betroffene Stellen und holen Sie im Zweifelsfall professionelle Hilfe. Im Zweifelsfall nehmen Sie eine Probe und senden uns die Probe ein, wir untersuchen diese innerhalb weniger Tage und Sie erhalten einen umfangreichen Bericht über die Situation inkl. möglicher Ursachen, weiterem Vorgehen und möglichen gesundheitlichen Effekten.