Echter Hausschwamm

Beim Verdacht auf Hausschwamm ist es wichtig zu wissen, ob der Echte Hausschwamm (Serpula lacrymans) vorliegt oder nicht, denn die Sanierung des Echten Hausschwamm unterliegt eigenen Leitlinien. In einigen Bundesländern ist er sogar meldepflichtig. Beim Befall durch Echten Hausschwamm ist es nicht damit getan, nur offensichtlich befallene Baumaterialien auszubauen. Der Echte Hausschwamm ist beispielsweise in der Lage, durch Mauern oder im Verborgenen zu wachsen und sich zurückzuziehen, um auf bessere Bedingungen zu warten. Es muss daher großzügig saniert werden, um die Rückkehr des Echten Hausschwamm zu verhindern. Holzzerstörende Pilze wie der Echte Hausschwamm benötigen für ihr Wachstum Feuchtigkeit, Nährstoffe und Wärme. Die beste Vorsorge ist insbesondere das Verhindern von Feuchtigkeit und die Kontrolle von Holzeinbauten auf erkennbare Auffälligkeite.

Probleme mit Feuchtigkeit und Pilzen können entstehen bei:

  1. Konstruktionsfehlern, Kältebrücken oder Leckagen. Wichtig sind u.a. ausreichende Abdichtungen und Dampfsperren gegen aufsteigende oder auch drückende Feuchtigkeit
  2. Schäden an der Bausubstanz wie eine lückenhafte Dacheindeckung
  3. undichten Wasseranschlüssen
  4. Rohrbruch oder einer übergelaufenen Badewanne
  5. fehlender Belüftung
  6. mangelnder Wartung von Regenrinnen
  7. Undichte bei Fallrohren
  8. Rissen und Schadstellen in der Außenwand
  9. Fehlerhaften Drainagen
  10. nicht ausreichender Austrocknung bei Neubauten
  11. Verwenden von trockenem Holz
  12. Einbau von pilzbefallenem Holz. Reste des Echten Hausschwamm können über Jahrzehnte im trockenen Zustand überdauern

Der Befall mit Echtem Hausschwamm zeigt sich häufig zuerst als Würfelbruch. Am Ende des Prozesses kann das Holz durch den Echten Hausschwamm pulverisiert werden. Oft handelt es sich um einen Zufallsfund. Durch labortechnische, molekularbiologische oder mikroskopische Untersuchungen kann der Nachweis im Labor erbracht werden. Die Größe des Befalls sollte durch einen Sachverständigen oder einer Fachfirma festgestellt werden.

Bekämpfungsmaßnahmen

Befallene Hölzer sollen nach Leitfaden großzügig saniert werden. Eine gute Sanierung beginnt mit der Identifizierung des Pilzes. Ist der Nachweis wegen mangelnder Alleinstellungsmerkmale nicht möglich, sollte so gehandelt werden, als läge ein Befall mit Echtem Hausschwamm vor. Das Ziel muss immer sein, die Ursache der Feuchtigkeit zu beheben. Neben Holz können andere Materialien sowie Mörtel und Mauerwerk befallen sein. Nach dem Bundesbaugesetz ist der Befall mit Echtem Hausschwamm ein schwerer Baumangel. Laut DIN 68800-4 ist der Befall und Umfang des Befalls durch sachkundige Personen festzustellen und anschließend durch eine Fachfirma zu beseitigen. Der Sanierungsaufwand bei Echtem Hausschwamm ist, aus gutem Grund, groß.

Aussehen des Echten Hausschwamm

Der Echte Hausschwamm zählt zu den sogenannten Basidiomyceten und bildet ein gut entwickeltes Oberflächenmycel (=Hyphengeflecht). Bei großflächigem Wachstum scheidet der Pilz Flüssigkeitströpfchen, sogenannte Guttationströpfchen, aus. Die Fruchtkörper des Echten Hausschwamms sind rostbraun, fleischig-dick mit einem weißen scharf begrenzten Zuwachsrand. Das Sporenpulver ist rotbraun. In Räumen mit einer geringen Luftzirkulation und einer hohen Luftfeuchtigkeit, wie in Kellerräumen, kann der Echte Hausschwamm ein sehr großes Luftmycel entwickeln. Zudem kann der Echte Hausschwamm eine immense Menge an rot-braunen Sporen bilden.

Lebensweise des Echten Hausschwamm

Der Echte Hausschwamm ist ein Braunfäulepilz. Verschiedenste Materialien können befallen werden. Dazu gehören neben dem genannten Holz auch Textilien, Papier, Spanplatten, Stroh und andere pflanzliche Materialien. Unter Wasser stehende Hölzer werden nicht befallen. Starker Windzug hemmt in aller Regel das Wachstum des Echten Hausschwamms. Die Pilzhyphen zersetzen das Holz von innen.

Der Echte Hausschwamm kann sich über lange Zeit unbemerkt ausbreiten, beispielsweise unter Fußbodenbelägen, hinter Wandverkleidungen oder in Zwischendecken. Betroffen sind häufig Altbauten mit schadhafter Bausubstanz, durch die Feuchtigkeit in das dort verbaute Holz eindringen kann. Es gibt Hölzer die weniger davon betroffen sind, beispielsweise Kernholz von Ulme und Eiche. Beliebter beim Echten Hausschwamm sind dagegen Hölzer wie Erle, Buche, Kiefer und Lärche.

Ernährung und Wachstumsbedingungen

Die optimale Temperatur des Echten Hausschwamm liegt bei bei rund 18-22 ºC. Ab einer Holzfeuchte von ca. 25 % ist sein Wachstum möglich. In „gesunden“ Wohnräumen liegt die Feuchtigkeit in der Regel deutlich darunter.  Erst wenn Baumängel entstehen oder Kondenswasser entsteht, kann es zum Befall kommen. Über sein Hyphengeflecht kann der Echte Hausschwamm Wasser über größere Strecken transportieren. Bei niedrigen Holzfeuchten bildet der Echte Hausschwamm dichte, abschottende Oberflächenmycelien. Bei unter 20 % Feuchtigkeit und bei Temperaturen über 26°C stellt der Echte Hausschwamm sein Wachstum ein, kann jedoch sehr lange verharren, bis die Umgebungsbedingungen wieder besser sind.

Fortpflanzung des Echten Hausschwamm

Die Fortpflanzung des Echten Hausschwamm findet über Sporenverbreitung, überwiegend durch Wind und Regen statt. Sobald dem Echten Hausschwamm die Umgebungsparameter gefallen, können seine Sporen keimen, sich Pilzhyphen ausbilden und Holz oder ein anderes zellulosehaltiges Material besiedeln und dabei auf der Suche nach guten Bedingungen auch Mauern durchwachsen.

Gesundheitsrisiken für den Menschen

Der Echte Hausschwamm schädigt in erster Linie Material, vorzugsweise Holz. Es gibt Menschen, die auf die Sporen des Hausschwamms allergisch reagieren. Dabei wird von Kopfschmerzen und Übelkeit berichtet. Durch die Feuchtigkeit in den Fruchtkörpern des Echten Hausschwamm kann dieser auch von Schimmelpilzen besiedelt werden. Diese Schimmelpilze können unter Umständen, insbesondere bei immungeschwächten Personen, weitreichende Symptome hervorrufen.

Eine gute Sanierung beginnt also mit der Identifizierung des Pilzes und dem Abstellen der Feuchtigkeit. Senden Sie uns Ihre Proben ein. Nach wenigen Tagen erhalten Sie das Ergebnis und wissen somit, welcher Sanierungsaufwand damit verbunden ist. Erst dann kann es losgehen mit der fachgerechten Sanierung.